Selbstheilungskräfte Kennen Sie Ihren inneren Arzt?

Gegen Krankheiten gibt es die unterschiedlichsten Mittel. Das beste kostet nichts und hat keine Nebenwirkungen: die verborgene Kraft der Selbstheilung.

Kennen Sie Ihren inneren Arzt?

Autor: Martin Tzschaschel

Der rote Kreis auf dem Bildschirm wird für einen kurzen Moment größer, dann schrumpft er. Es ist ein seltsam altmodisches Computerspiel, mit dem sich Christian P. beschäftigt, ohne Action und optische Raffinessen. Dabei würde es mehrere tausend Euro kosten - wenn man es kaufen und mit nach Hause nehmen könnte. 
Doch der 31-Jährige sitzt nicht zu Hause, sondern in der Praxis eines Münchner Facharztes. An seinem Kopf befinden sich links und rechts an den Schläfen Elektroden, die über ein Kabel mit einem Gerät und dem Bildschirm verbunden sind. Christian soll den roten Kreis so klein wie möglich werden lassen - allein durch die Kraft seiner Gedanken. Er hat das in mehreren Sitzungen geübt, und inzwischen funktioniert es ganz gut. 
Wenn der Kreis kleiner wird, heißt das: Die Schläfen- Arterien werden enger, lassen weniger Blut passieren - und Christians Kopfschmerzen verschwinden. 
Um das zu erreichen, stellt der Patient sich zum Beispiel vor, dass er im kalten Schnee liegt. Dann ziehen sich die Blutgefäße an seinen Schläfen zusammen, ebenso wie der rote Kreis auf dem Bildschirm, als sichtbare Erfolgskontrolle. 
Mit dieser Methode, sie heißt Neurofeedback, kann man die eigene Gehirntätigkeit kontrollieren und gezielt beeinflussen. Wer das einmal unter Anleitung gelernt hat, schafft es später meist auch, sich ohne die Technik in den gewünschten Zustand zu bringen. "Wie mit einem Stützrad, das zuerst hilft, bis man es irgendwann weglässt", sagt die Diplom-Psychologin Barbara Timmer von der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback. (Der Oberbegriff Biofeedback bezieht sich auf den gesamten Organismus, Neurofeedback nur auf das Gehirn.) 
Kein Herumsitzen im vollen Wartezimmer, keine Medikamente, keine Nebenwirkungen - stattdessen das neue Gefühl: Ich helfe mir selbst. "Es ist natürlich komfortabler, sich behandeln zu lassen, als selbst aktiv zu werden", sagt Barbara Timmer. Aber den eigenen Selbstheilungskräften zu vertrauen, kann viel effektiver sein als mancher Arztbesuch. Wie erstaunlich wirksam diese Kräfte sind, die in uns schlummern, beginnt die Wissenschaft in jüngster Zeit immer besser zu verstehen. 
Bekannt ist, dass in unserem Körper täglich unzählige Heilungsprozesse ablaufen. Von den meisten merken wir gar nichts, andere sehen wir als selbstverständlich an: Unser Immunsystem bekämpft gefährliche Viren und Bakterien, der Blutstrom einer offenen Wunde versiegt, Milliarden von Zellen erneuern sich, Enzyme reparieren Defekte in der Erbsubstanz DNA, eine schmerzhafte Verletzung verheilt. Und manchmal wachsen gebrochene Knochen wieder zusammen. 
Aber auch dann, wenn wir glauben, es seien andere, die uns gesund machen, sind wir nicht unbeteiligt.

Gibt es Wunderheilungen wirklich?

Christian Strube, Münchner Physiotherapeut mit langer Warteliste, hat in seiner 30-jährigen Tätigkeit Zehntausende Behandlungen vorgenommen. "Ich gebe mit physikalischen Methoden wie Wärme und Massagen dem Körper des Patienten nur Reize, die die Selbstheilungskräfte anregen", sagt er. "Nicht ich bin es, der heilt. Ich kann zum Beispiel keinen verhärteten Muskel weichkneten, da würde ich auf Dauer nur selbst krank werden." Besonders beeindruckende Selbstheilungskräfte haben Hirnverletzte, deren gesunde Neuronen die Arbeit der ausgefallenen Zellen übernehmen. So wie bei einem Franzosen, der vor sechs Jahren für Schlagzeilen sorgte, weil er mit einem Zehntel der vorgesehenen Gehirnmasse ein ganz normales Leben führt.
Ebenso spektakulär: die Geschichte des Dokumentarfilmers Clemens Kuby, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl saß, wo er nach Ansicht seiner Ärzte für immer bleiben würde. Bis er nach einem Bewusstseinswandel und einer kompletten Neuausrichtung seines Lebens zu Fuß aus dem Krankenhaus nach Hause ging, zur Verblüffung des Klinikpersonals. "Wieso sollte der Mensch so inkompetent sein, dass er sich nicht selbst heilen kann, sondern dazu immer einen anderen braucht?", fragt Kuby mit provozierendem Selbstbewusstsein.
Oder der Krebspatient Armin Schütz - von den Medizinern aufgegeben, weil sein aggressiver schwarzer Hautkrebs ihm nur noch kurze Lebenszeit lässt. "Gehen Sie nach Hause und machen Sie sich noch ein paar schöne Tage", sind die letzten Worte seines Chirurgen. Doch Schütz kämpft. Er findet eine alternative Klinik, und die dortige Therapie mit künstlich herbeigeführtem Fieber lässt nach einem längeren Leidensweg schließlich alle Krebszellen verschwinden.
Sein Fall gilt als medizinisches Wunder. Und nicht als das einzige.

Stress bringt das Immunsystem aus dem Gleichgewicht

Fieber ist auch bei harmlosen Erkrankungen eine wirksame Waffe des Körpers. Lange Zeit wurden hohe Temperaturen nur als lästig oder sogar als bekämpfenswert eingestuft, inzwischen steht fest: Sie unterstützen, sofern sie nicht zu hoch ansteigen, die Selbstheilung - denn Fieber geht einher mit einer erhöhten Aktivität von Immunzellen.
In unserem Organismus achtet das Immunsystem darauf, dass eine Balance besteht: zwischen entzündungsfördernden Prozessen, die Krankheitserreger töten, und gegenteiligen Prozessen, die diese Entzündungen wieder auf das Normalmaß zurückbringen.
Seelische Belastungen können dazu führen, dass diese Balance aus dem Gleichgewicht gerät - im Extremfall entstehen dann chronische Krankheiten. Umgekehrt kann seelische Entspannung dafür sorgen, dass die Balance wiederhergestellt wird. "Die Psyche und der Körper sind eine Einheit", sagt Andreas Meyer-Lindenberg, ärztlicher Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim.
Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu, aber in Krankenhäusern wird sie kaum befolgt. Eine der wenigen Ausnahmen: die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen. Hier werden neben einer klassisch-medizinischen Behandlung unter anderem Gespräche, Ernährungsberatung, Massagen, Entspannungsübungen und Bewegung angeboten - alles unter dem Begriff "Mind- Body-Medizin" (Leib-Seele-Medizin). "Sie hilft Gehirn und Geist, die Selbstheilung des Körpers zu unterstützen", sagt Chefarzt Gustav Dobos. In Essen wird viel Wert darauf gelegt, dass die Patienten lernen, wie man Stress vermeidet oder abbaut. Denn erst in der Entspannung lassen sich die Selbstheilungskräfte wecken.
Als besonders wirksame Methode der Stressreduktion hat sich die Meditation herausgestellt: Die Diplom-Psychologin Britta Hölzel erforschte in den USA an der Harvard Medical School, wie sich das Gehirn von Menschen verändert, die täglich 25 Minuten lang meditieren. Ergebnis: Schon nach acht Wochen sinkt das subjektive Stressempfinden deutlich. Und im Bereich des Hippocampus, einem evolutionsgeschichtlich alten Teil des Gehirns, nimmt die Dichte der sogenannten grauen Substanz zu. Es scheint so, als ob das Gehirn sich hier regeneriere und sogar ein Stresspolster zulege. 

Kochsalz statt Morphium: Die Entdeckung des Placebo-Effekts

"Heilung kann immer nur von innen heraus kommen, wenn sie echt ist", sagt der klinische Psychologe Harald Walach. "Alles, was von außen kommt, dient nur der Unterstützung dieser Selbstheilung." Ähnlich formulierte es der berühmte griechische Arzt Hippokrates schon vor 2400 Jahren: Medicus curat, natura sanat - der Arzt behandelt, die Natur heilt.
Ein britischer Allgemeinarzt wollte wissen, wie man Selbstheilungskräfte von Patienten mobilisieren könnte, und machte ein Experiment. Er teilte 200 Frauen und Männer, die mit gängigen Beschwerden wie Husten, Halsweh, Bauch- oder Rückenschmerzen in seine Praxis kamen, in zwei Gruppen ein. Gegenüber der einen Gruppe äußerte er sich positiv ("Das ist nichts Schlimmes, das geht bald vorbei"), die andere Gruppe bekam negative Botschaften zu hören ("Das müssen wir genauer untersuchen"). Als der Arzt die Patienten zwei Wochen später befragte, stellte sich heraus: 64 Prozent von denen, die positive Äußerungen erhalten hatten, ging es besser, aber nur 39 Prozent der anderen Gruppe.
"Worte können nachweislich wie Medikamente wirken", sagt der Physiologieprofessor Johann Caspar Rüegg. Das Gleiche gilt für freundliche Gesten und ein offenes Ohr, also die bloße Zuwendung. Als der amerikanische Arzt Henry Beecher im Zweiten Weltkrieg Soldaten im Lazarett versorgte, gingen die Morphium-Vorräte zuende. In seiner Not gab Beecher den Verwundeten, die vor Schmerzen schrien, Spritzen mit einer Kochsalzlösung und ließ sie in dem Glauben, er würde ihnen Morphium spritzen. Der Feldarzt staunte, wie vielen Soldaten er auf diese Weise Erleichterung verschaffte. Die Betroffenen selber waren dagegen weniger überrascht - sie hatten die schmerzlindernde Wirkung ja erwartet.
Beecher nutzte den sogenannten Placebo-Effekt. Darunter versteht man Wirkungen, die nicht auf der pharmazeutischen Substanz eines Mittels beruhen, sondern eher darauf, was man landläufig "Einbildung" nennt. Bisher wurde angenommen, dass Placebos nur wirken, wenn die Patienten der Meinung sind, ein echtes Medikament zu erhalten. In drei neueren Studien wurde aber festgestellt: Die Scheinmedikamente können sogar dann Schmerzen lindern oder anderweitig helfen, wenn die Betreffenden wissen, dass sie Placebos bekommen.

Was zählt, ist die Erwartung an die Wirksamkeit

Ted Kaptchuk von der Harvard Medical School in Boston gab Reizdarm-Patienten jeweils eine wirkungslose Pille. Dazu die Botschaft, sie bestünde aus einer wirkstofffreien Substanz, die aber "in klinischen Studien eine deutliche Verbesserung der Reizdarm- Symptome" bewirkt habe, "im Rahmen von seelischkörperlichen Selbstheilungsprozessen". Trotz dieser Mitteilung erlebten die Patienten im Durchschnitt eine leichte Verbesserung ihrer Symptome. "Damit hatte keiner von uns gerechnet", sagt der britische Psychologe Irving Kirsch, Co-Autor der Studie.
Es wurde schnell klar, was hier wirkte: "Wir sagten nicht einfach, hier ist eine Zuckerpille", erklärt Kirsch. "Wir erklärten den Patienten, warum sie wirken sollte - in einer Weise, die sie überzeugte." Zum gleichen Ergebnis kam ein Experiment mit umgekehrten Vorzeichen an der Uniklinik Hamburg- Eppendorf. Hier legte die Neurologin Ulrike Bingel ihren Versuchspersonen ein Armband um, das unangenehme Hitze abgab. Zuvor bestrich sie die Reizstelle am Arm mit einer Salbe - entweder mit einer Placebo-Salbe oder einer hochwirksamen Schmerzsalbe. Welche der beiden sie nahm, spielte für die Beurteilung keine allzu große Rolle: Entscheidend war vielmehr, was die Versuchspersonen erwarteten. Wenn sie bei der Gabe der echten Salbe mit keiner Wirkung rechneten, dann stoppte sie die Schmerzen eher wenig. Wenn die Testpersonen aber glaubten, dass Schmerzlinderung eintreten würde, dann war der Effekt fast doppelt so groß.
Ohne Zweifel gibt es segensreiche Medizin, die schon viele Menschenleben gerettet hat. Dennoch zeigen zahlreiche Versuche, dass es oft nicht die ärztliche Behandlung ist, die heilt, sondern der Patient selbst. Warum sonst hätten sich Arthrose-Kranke, denen man weismachte, man habe sie am Knie operiert, hinterher beschwerdefrei gefühlt? Das Gleiche gilt für Patienten, die glaubten, eine Herz-OP, die in Wahrheit gar nicht stattfand, habe sie von Angina pectoris befreit. Oder Parkinson-Patienten, die glaubten, Apomorphin zu erhalten, in Wirklichkeit aber eine harmlose Spritze mit Kochsalzlösung bekamen.
Es war der Placebo-Effekt, der ihnen allen half. Aber der ist weitaus mehr als nur Einbildung - er verursacht objektiv messbare Veränderungen des Körpers. Im Fall der Parkinson-Patienten führte er zum Beispiel dazu, dass in ihrem Gehirn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wurde, an dem es den Kranken mangelt.

Zwiegespräch mit Pillen

Wie reagieren Patienten, wenn man ihnen am Ende eines Placebo-Versuchs verrät, dass das vermeintlich wirksame Mittel gar keins gewesen ist, dass man sie also belogen hat und sie es selbst waren, die die Besserung bewirkt haben?
Regine Klinger, Diplom-Psychologin an der Uni Hamburg, hat es erfahren, nachdem sie Patienten harmloses Wasser verabreicht hatte. Es war rötlich gefärbt, schmeckte bitter und linderte deshalb wie erwartet Rückenschmerzen. Fühlten sich die Patienten, als sie die Wahrheit erfuhren, hereingelegt? Im Gegenteil, sagt Klinger: "99 Prozent waren begeistert, dass so etwas möglich ist - dass sie es selber schaffen, ihre Beweglichkeit zu verbessern, allein durch die Umstrukturierung ihrer Gedanken."
Dan Moerman, ein US-amerikanischer Anthropologe an der University of Michigan-Dearborn, hat aus den verschiedenen Forschungsergebnissen seine ganz persönlichen Schlussfolgerungen gezogen: "Ich spreche mit meinen Tabletten." Der Wissenschaftler sagt ihnen: "Hey Jungs, ich weiß, dass ihr eure Arbeit toll machen werdet." Das klingt ein bisschen verrückt, ist aber nur konsequent, wenn man die Ergebnisse der Placebo-Forschung betrachtet. Denn was wir denken und wie wir fühlen, beeinflusst entscheidend die Reaktionen unseres Körpers.
Während Moerman mit seinen Pillen redet, empfehlen Irving Kirsch und andere, vor allem die Kraft der eigenen Gedanken zu nutzen. Man soll sich im Krankheitsfall in einer entspannten Haltung intensiv die gewünschte Heilwirkung vorstellen und sie bildlich vor dem inneren Auge erscheinen lassen. Nachweislich sind auf diese Weise sogar schon Krebskranke geheilt worden. 

Wunschdenken wird Wirklichkeit

Rudi Sayer aus Ehrenkirchen in der Nähe von Freiburg hatte vor drei Jahrzehnten keinen Krebs, sondern unter dem Ballen des rechten großen Zehs eine Dornwarze. Und "wahnsinnige Schmerzen", wie er sich erinnert. Als Schreiner musste er viel im Stehen arbeiten, was mit der Warze kaum auszuhalten war. Ein Arzt vereiste die Warze, doch sie kam wieder. Als Nächstes wurde sie herausgeschnitten, aber nach wenigen Monaten erschien sie erneut. Da beschloss Rudi Sayer, das lästige Ding wegoperieren zu lassen.
Vorher musste er noch wegen einer anderen Sache stationär ins Krankenhaus - beim Fußballspielen hatte er sich einen Bänderriss zugezogen. Ein Freund, der ihn am Krankenbett besuchte, erfuhr von der Warze und riet: "Du musst sie wegbeten, sie dir wegdenken. Du hast doch jetzt viel Zeit." "Ich dachte erst mal, so ein Unsinn", erinnert sich der heute 55-Jährige. Aber sein Freund ließ nicht locker und versicherte, das habe bei anderen auch schon geklappt. "Und Zeit hatte ich ja wirklich." Also stellte Sayer sich jeden Tag ein paar Mal etwa zehn Minuten lang ganz intensiv vor, dass die Warze verschwinden solle. "Ich war wie in Trance und bin da in Gedanken richtig rein." Als Rudi Sayer wieder zu Hause war, machte er seine Imaginationsübungen weiter, jeden Abend im Bett. Bis ihm nach etwa zwei Wochen auffiel: Die Warze war ja gar nicht mehr da. Und sie ist bis heute nicht wiedergekommen.
Es ist verblüffend, wozu die Selbstheilungskräfte des Körpers und der Seele fähig sind. Und wie groß das Repertoire an vorhandenen Wegen und Methoden ist, die diese Kräfte auslösen können: Die richtigen Worte eines Arztes, selbst herbeigeführte Imagination, Geistheilung, Bachblüten und vieles mehr, medizinisch anerkannt oder nicht, können eine enorme therapeutische Kraft haben. Wenn die Betreffenden von der jeweiligen Methode überzeugt sind. Und wenn sie auch sonst die richtige Einstellung haben. 
Eine im Februar 2013 in der Fachzeitschrift "Neuropsychopharmacology" veröffentlichte Studie zeigt, dass die Wirkung einer Schmerzbehandlung mit Placebos von der Persönlichkeit der Patienten abhängt. Wer seelisch stabil und verträglich ist, profitiert besonders, während Menschen mit einem eher reizbaren Wesen, die sich oft beklagen, nicht so gut auf die Behandlung ansprechen. Auch im Gehirn zeigt sich dieser Unterschied: An den Rezeptoren der positiv eingestellten Patienten werden mehr Endorphine ausgeschüttet, deren Wirkung unter anderem darin besteht, Wohlgefühl zu erzeugen und Schmerzen zu vermindern.
Selbst die Bundesärztekammer, bislang eher konservativ und an Medikamenten orientiert, hat die Kraft der Selbstheilung entdeckt - und sich ausdrücklich für den Einsatz von Scheinpräparaten in der Therapie ausgesprochen: "Da die experimentelle Placebo-Forschung zeigt, welchen Nutzen der Patient aus einer Placebo-Gabe ziehen kann", heißt es in einer Erklärung, werde ihre bewusste Anwendung "durchaus für vertretbar gehalten".
Vielleicht werden also Schulmediziner in Zukunft nicht mehr ungläubig abwinken, wenn sie hören, dass ein Patient mit einer scheinbar obskuren Methode geheilt wurde. Der Glaube an die Wirksamkeit mag eingebildet sein - aber die Wirkung ist es nicht.