Nachruf Peter Moosleitner

1933 - 2015

Peter Moosleitner

Wenn ich an Gerhard Peter Moosleitner denke, fällt mir zuerst seine geradezu kindliche Begeisterungsfähigkeit ein. Von spannenden Geschichten konnte der Gründer von P.M. nie genug bekommen – ob es die von Redakteuren waren oder seine eigenen. Jeder in der Redaktion kannte die lebhaften Schilderungen seiner Reise nach Chicago und hatte die Einschusslöcher in einer Wand aus der Zeit von Al Capone so deutlich vor Augen, als wäre er selbst dort gewesen.

Die wöchentliche „Montagsrunde“, die „Freitagsrunde“ und häufige, ausgedehnte Themenkonferenzen boten zahlreiche Gelegenheiten für Anekdoten. Die Redaktion war in den Anfangsjahren nach 1980 üppig besetzt, und alle hatten viel Zeit. Auch Moosleitner selbst, der als Chefredakteur gerne größere Beiträge recherchierte und schrieb. Bis zum Ende seiner Tätigkeit als Chefredakteur im Jahr 1994 ging er den Dingen mit seiner unstillbaren Neugier auf den Grund: Wie sieht es im Inneren eines Taschenrechners aus? Wie lebten die Saurier – und wie viel von ihnen steckt noch in uns Menschen? Solche Themen begeisterten nicht nur ihn, sondern auch seine Leser. Vor allem aber waren es Computer, die ihn faszinierten, weshalb er in den Achtzigerjahren neben P.M. das „P.M. Computerheft“ ins Leben rief. Weitere P.M.-Ableger folgten, auch im Ausland.

Sein erfolgreichstes Projekt blieb aber „Peter Moosleitners interessantes Magazin“. Immer wieder vermuteten Leser, das sei nur ein fiktiver Name – einen lebenden Menschen dahinter werde es wohl kaum geben. Das amüsierte ihn, der mit Leidenschaft für seinen Beruf lebte. Dass Moosleitner sich den „Peter“ nur als Zweitnamen zugelegt hatte und in Wirklichkeit Gerhard hieß, wussten wir natürlich alle. Hätte man sein Heft „Gerhard Moosleitners interessantes Magazin“ genannt, wäre „G.M.“ einer Marke in die Quere gekommen, die noch bekannter und größer war als die von G+J.

P.M. lebt weiter. Und wir, die wir heute für P.M. arbeiten, denken mit Dankbarkeit und Respekt zurück an den Mann, der vor fast vierzig Jahren diese geniale Magazin-Idee hatte.

Martin Tzschaschel