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P.M. Specials: Mond

Mond

Wem gehört der Mond?

Der Mond ist die perfekte Basis für die Forschung und birgt Bodenschätze von immensem Wert. Staaten und Unternehmen wittern im Mond ein Milliarden-Dollar-Geschäft und stehen in den Startlöchern.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin 05/2010
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Der Wettlauf zu den Bodenschätzen des Mondes hat begonnen. We macht die größten Geschäfte?Der Wettlauf zu den Bodenschätzen des Mondes hat begonnen. We macht die größten Geschäfte?
Der Wettlauf zu den Bodenschätzen des Mondes hat begonnen. We macht die größten Geschäfte?
iStockphoto

Das Jahr 2025, wie Frank Schätzing es sich vorstellt: In den nur 15 Jahren zwischen jetzt und dann hat die Menschheit einen gewaltigen technologischen Sprung gemacht. Sie hat einen Fahrstuhl bis zum Mond gebaut und auf dem Mond Bergwerke und Hotels. Der Erdtrabant entwickelt sich zur Boomregion. NASA & Co. haben ihre Vorreiterrolle im All an private Raumfahrtunternehmen verloren.

So erzählt Schätzing es in seinem Roman »Limit«. Eine fantastische Vision – mit einem realistischen Hintergrund: Der Mond ruft! Er lockt mit wertvollen Rohstoffen, als Touristenziel, Forschungsbasis und Sprungbrett zu Missionen in die Tiefen des Alls. Die zahlreichen Raumfahrtprogramme weltweit zeigen, dass die Menschheit dem Ruf folgt. Unternehmen und nationale Raumfahrtbehörden liefern sich ein Rennen zum Mond. Es verspricht, spannend zu werden.

Nachdem die Erde bis auf den letzten Quadratzentimeter erkundet und aufgeteilt ist, rückt der Mond ins Visier der Menschheit. Schon vor 40 Jahren hat sie ihren Fuß auf ihn gesetzt, erobert hat sie ihn noch nicht. Am 20. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch außerirdischen Boden und verkündete einen »Riesensprung der Menschheit«. Was folgte, waren ein paar Tapser. Noch fünfmal besuchten Amerikaner den Mond. Sie hinterließen einige Fahnen, Fußspuren und Müll und brachten einige Gesteinsbrocken zurück. Das Apollo-Programm kostete rund 90 Milliarden Euro in heutigem Geld.

Damals ging es ums Prinzip. Die Amerikaner wollten beweisen, dass sie den Sowjets technisch überlegen sind – und schneller. Lange lagen die zwei Supermächte Kopf an Kopf. Erst im Dezember 1968 fiel die Entscheidung. In der eisigen Steppe Kasachstans, auf dem Kosmodrom in Baikonur, stand die sowjetische Mondrakete Proton startklar. Sie sollte ihre Besatzung als erste Menschen in eine Umlaufbahn um den Mond bringen. Aber dann, am 21. Dezember, hob Apollo 8 vom Kennedy Space Center in Florida ab. Statt Russen kreisten Amerikaner um den Erdtrabanten. Moskau gab das Rennen zum Mond verloren.

Heute geht es um mehr als nur die Ehre. Es geht um Macht und Wissen und ums Geschäft. Auf dem Mond liegen die vielleicht begehrenswertesten Grundstücke des Sonnensystems. Erstens wegen der verkehrsgünstigen Lage: Der Mond ist von der Erde aus noch gut erreichbar, liegt aber schon weit außerhalb ihres Schwerefelds. Er selbst hat genügend Anziehungskraft, um wohnlich zu sein, aber nicht so viel, um beim Abheben zu sehr zu stören – die perfekte Basis für den Weiterflug zu anderen Planeten. Zweitens wegen der Aussicht: Der Mond hat keine Atmosphäre – freier Blick ins Weltall! Er wäre daher ein idealer Standort für Teleskope. Keine Lichtverschmutzung durch Anwohner, kein Flugzeug fliegt ins Visier. Besonders die Rückseite des Mondes ist ein Traumstandort für Sternengucker.

Und vor allem: Der Mond ist noch zu haben. Zwar gilt seit 1967 der Weltraumvertrag, der allen Staaten verbietet, Besitzansprüche auf den Mond oder andere Himmelskörper zu erheben. Aber Unternehmen und Privatpersonen sind in dem Vertrag nicht erwähnt, und von denen sehen sich gleich mehrere als Mondeigentümer: Der Kalifornier Dennis Hope meldete 1980 bei den Vereinten Nationen seinen Anspruch auf den Mond an und hat seither 3,7 Millionen Mondgrundstücke verkauft. Der Deutsche Martin Jürgens stützt seinen Anspruch auf eine Schenkungsurkunde, unterzeichnet am 15. Juli 1756 vom preußischen König Friedrich dem Großen und überreicht an einen Vorfahren von Jürgens. In dem Papier steht: »Jetzo soll ihm der Mond gehören.«

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (13 Bewertungen)
Autor/in: Tobias Hürter


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