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P.M. Specials: Außerirdische

UFOs und Aliens

Ist da wer? Wenn ja, seit wann?

Seit Jahrtausenden berichten Menschen immer wieder von UFOs am Himmel und von Aliens, die die Erde besuchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg häuften sich die »Sichtungen« unbekannter Flugobjekte. Was steckt wirklich dahinter?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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»Wir sind um Mitternacht in Beirut gestartet. Als wir gerade über den Libanon flogen, sah ich vor mir ein Licht, das näher kam. Ich stieß den Copiloten an und sagte: ›Da kommt was auf uns zu.‹ Plötzlich stand die Lichtkugel zwischen dem linken Motor und der Kanzel«, erinnert sich Werner Utter, Ex-Chefpilot der Lufthansa. »Fünf bis zehn Sekunden ist das Licht mit uns mitgeflogen, dann schoss es nach oben weg und verschwand.« Die Episode stammt aus dem Jahre 1958 und war die erste Begegnung Utters mit einem Ufo. Es folgten weitere, und zwar an Bord eines Jumbos von New York nach Frankfurt. »Wir flogen gerade über England, als der Flugingenieur neben mir schrie: ›Achtung, da kommt was!‹ Ich sah hinaus. Etwas, das aussah wie eine riesige Zigarre, bewegte sich rasend schnell direkt auf uns zu. Ich konnte nichts machen, der Jumbo fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa tausend Stundenkilometern. Im letzten Moment ging dieses Ding unter der Tragfläche weg. Wir haben uns gleich bei der nächsten Radarleitstelle Maastricht Control gemeldet und gefragt, ob die etwas gesehen haben, aber da war nichts auf dem Radar.«

Utter wirkt nicht wie einer, der Gespenster sieht. Er war jahrzehntelang Pilot. Seine Schilderungen sind sachlich: »Ich sage nicht, dass Sie irgend etwas glauben sollen, ich sage nur, was ich gesehen habe.« Auf den ersten Blick ist die Sache mysteriös. Doch tatsächlich sind Begegnungen mit dieser Art von Flugobjekten gar nicht so selten: Nicht nur Piloten und Fluglotsen berichten davon, sondern auch Leute, die nur kurz ihren Hund ausgeführt und dabei zum Himmel emporgesehen haben. Manchmal beschreiben die Augenzeugen die Gebilde als leuchtende Scheiben, manchmal als lang gestreckt, mitunter als dreieckig. Sie schweben bewegungslos über dem Boden, können aber auch ungeheure Geschwindigkeiten erreichen und blitzartig den Kurs wechseln. Die Fortbewegung ist geräuschlos, nur selten begleitet sie ein leiser Brummton.

Die Erscheinungen sind allesamt un-erklärlich – sie werden daher »Unidentifizierbare Flugobjekte« genannt, kurz »Ufos«. Der Definition nach ist ein Ufo etwas, das fliegt und von dem man nicht weiß, was es ist. Doch darüber hinaus hat der Begriff ein Eigenleben entwickelt. Er ist zum Inbegriff des Mysteriösen geworden, zum Gegenstand von Glauben, Aberglauben und wilden Spekulationen: Sind Ufos Raumschiffe von fremden Zivilisationen aus den Tiefen des Weltalls? Werden sie gesteuert von Aliens, die uns beherrschen wollen? Oder von Götterboten, die ausgezogen sind, unseren Planeten zu retten? Handelt es sich gar um Zeitreisemaschinen, mit denen uns unsere Nachkommen besuchen?

Fliegende Untertassen: 1947 tauchten sie erstmals in der Presse auf
Die Fragen beschäftigen Sciencefiction-Autoren, Physiker und Astronomen sowie ein Heer selbst ernannter Experten, die ihre eigenen Forschungen betreiben. Bei Google liefert der Suchbegriff »Ufo« mehr als zehn Millionen Einträge. Im Archiv der Bayerischen Staatsbibliothek befinden sich 374 Werke zu diesem Stichwort. Ein brandaktuelles Thema? Nicht unbedingt: Schon vor knapp 2000 Jahren schilderte der römische Naturforscher Plinius eigentümliche Objekte, die er als »brennende Schilde«, »fliegende Fackeln« oder »leuchtende Lichtstrahlen« beschrieb. Im Laufe der Jahrhunderte dokumentierten Zeitzeugen wiederholt solche Erscheinungen am Himmel. Eine kleine Auswahl: 1554 berichtete Nostradamus von einer sonderbaren, brennenden und funkensprühenden Fackel. In einer englischen Chronik aus dem Jahr 1646 ist von Flugkörpern die Rede, die einander auf eigenartigen Bahnen umkreisten und schließlich verschmolzen. Auf einem Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert ist ein zigarren-förmiges Objekt über der Stadt Nürnberg zu sehen. Um 1940 wurden erst in Skandinavien, später auch in England und Norddeutschland »Geisterraketen« gesichtet.

Ein Boom-Thema wurden Ufos allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg: 1947 beobachteten Tausende von Amerikanern unerklärliche Erscheinungen. Der US-Pilot Kenneth Arnold hatte das zweifelhafte Vergnügen, einer ganzen Ufo-Staffel zu begegnen. Seiner Beschreibung nach bewegten sich die Objekte wippend, »wie über eine Wasseroberfläche hüp-fende Untertassen«. In Anlehnung an Arnolds Bericht nannte ein Reporter die rätselhaften Flugkörper »fliegende Untertassen«. Unter diesem Namen begann die Globalisierung des Phänomens: Inner-halb weniger Jahre war der Himmel nicht nur über den USA, sondern auch über Europa und dem Nahen Osten voller leuchtender Scheiben.

Eine Invasion? Waren Außerirdische plötzlich auf den Planeten Erde aufmerksam geworden? In Ufologen-Kreisen wurde spekuliert, der Abwurf der Atombomben in Hiroschima und Nagasaki sei von unseren Nachbarn im Universum beobachtet worden. Marsbewohner und andere ferne Zivilisationen seien daraufhin zur Erde aufgebrochen, um uns zu überwachen. Oder wollen sie uns vor dem zerstörerischen Potenzial der Atomkraft warnen? Nüchtern betrachtet, ist all dies nicht sehr wahrscheinlich: Zum einen wissen wir heute, dass unsere Nachbarplaneten – Mars inklusive – unbewohnt sind. Zum anderen waren die Auswirkungen der Atombombenexplosionen auf die Erde beschränkt – ein Beobachter im Weltall hätte allenfalls ein Wölk-chen in der Atmosphäre aufsteigen sehen. Fazit: Selbst wenn es irgendwo im Weltraum intelligente Wesen geben sollte, war deren Interesse an irdischer Waffentechnik vermutlich eher gering. Für die Erdbewohner hingegen waren Bomben und Raketen eine reale Bedrohung: »Waffenentwicklungen für den Luftkrieg – vor allem das Düsenflugzeug, Radar, Raketen und Atombombe – machten die Menschen auf die Gefahren aufmerksam, die vom Himmel drohten«, schreibt Paul Davies in seinem Buch »Sind wir allein im Universum?«.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.6 (8 Bewertungen)
Autor/in: Monika Weiner

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