Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

P.M. Specials: Sport

Schiri

Der High-Tech Schiri

High Tech ist nun auch im Fußball angekommen. Und das ist bitternötig, wie das letzte Vorrundenspiel gezeigt hat. In der 62. Minute des Spiels England gegen die Ukraine beförderte der ukrainische Angreifer Marko Dević den Ball über die Linie. Alle sahen es, nur der Schiedsrichter nicht. Ein fataler Fehler, der für die Ukrainer das EM-Aus bedeutete. Folgende Techniken können das in Zukunft vermeiden. 

Tor! Nicht immer ist es so eindeutig
Pixelio

Guter Fußball ist bekanntlich eine Frage der richtigen Technik. In Zukunft kommt es aber nicht mehr nur auf die Spieltechnik der einzelnen Fußballer an, sondern  elektronische Analyse- und Entscheidungstechniken. Sie drängen mit Macht auf die Fußballplätze. Ziel ist es, dass der Schiri die richtigen Spielentscheidungen trifft und Trainer die Mannschaften optimal auf Turniere vorbereiten können.

RedFir Technologie – unterstützt Trainer und die Medien

RedFir steht für eine innovative funkbasierte Ortungstechnologie. Sie kann Personen in Echtzeit mit hoher Genauigkeit lokalisieren. RedFir ist schneller und flexibler als alle vergleichbaren Technologien. Ein Chip im Fußball sowie ein Sender an den Stutzen der einzelnen Spieler macht die aktuelle Position des Spielers und seine Bewegungsprofile binnen weniger Sekunden sichtbar. Automatische Muster- und Ereigniserkennung werten die Ergebnisse aus. „Eine 3D Visualisierung ist in Echtzeit möglich“, betont der Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für integrierte Schaltungen, Professor Albert Heuberger.

„Die Technik bietet ganz neue Möglichkeiten für Trainer“, erklärt Ingmar Bretz, Leiter für strategische Projekte des Fraunhofer Instituts. Spieler können aus verschiedenen Perspektiven begutachtet werden. Stellungsfehler und Laufwege werden sofort analysiert. Schwächen und Stärken der Spieler können präzise erkannt und gezielt trainiert werden.

Besonders für Medien ist diese Technologie interessant. Die Ergebnisse können Reporter zur Spielanalyse heranziehen. Spielentscheidungen des Schiri werden dem Zuschauer so transparenter gemacht.

Derzeit findet RedFir in der ersten und zweiten deutschen Bundesliga Anwendung. Es darf laut FIFA jedoch nicht bei Turnieren verwendet werden.

Klare Sache: Die Uhr des Schiri zeigt ob ein Tor gefallen ist
Fraunhofer

GoalRef Technologie – ein Segen für den Schiri

Hierbei handelt es sich um ein auf Magnettechnik basiertes System. Magnetspulen befinden sich jeweils am Tor und im Fußball. Ob der Ball die Torlinie überquert oder nicht, wird dann drahtlos an eine Uhr am Arm des Schiris übermittelt. „Wir müssen neue Technik zulassen, die in den Alltag der Schiedsrichter eingreift, ohne deren Autorität zu untergraben“, sagt Bretz.

Fehlentscheidungen in EM, WM oder Championsleague haben die Fifa dazu gedrängt, innovative Entscheidungstechniken zu finden und bei Turnieren zuzulassen. Die Vereinigung hat sich daher nach neuen Methoden umgesehen. GoalRef ist nun unter den besten zwei Technologien. Ob der Schiri diese künftig für Torentscheide heranziehen darf, entscheidet die Fifa im Sommer 2012. Bisher hat sich GoalRef bei einer Partie zwischen den dänischen Silkeborg IF und SønderjyskE bestens bewährt.

Ingmar Bretz sagt außerdem, dass die Technologie schon ab der nächsten Fußballsaison bei einem deutschen Bundesliga Verein zum Einsatz kommt. Welcher das ist, wird aber noch nicht verraten.

Leiter Ingmar Bretz zeigt sich zuversichtlich: GoalRef und RedFir haben große Chancen
Pfingstl Johanna

Geolokalisierung von Spielern – GPS nun auch im Fußball

Das ist noch nicht alles an Fußball-Hightech. David Casamichana, Sportwissenschaftler der spanischen Basque Universität, hat ein System erfunden, das via GPS funktioniert. Seine Technologie trägt den Arbeitstitel „GPS-Technologie, angewandt in der Trainingsbeurteilung und im Fußballwettkampf“.

Die Geolokalisierung bedient sich dabei einer GPS-Abtastfrequenz von 10 Hertz. Es werden also 10 Lokalisierungsdaten pro Sekunde ermittelt, die Aufschluss über die aktuelle Position des Spielers auf dem Feld geben. Bisherige Techniken in diesem Bereich konnten nur eine Lokalisierung pro Sekunde vornehmen; die Ergebnisse waren um einiges ungenauer.

Bewegungen der Spieler können mit einem Sender genau erkannt werden. So wird GPS auch für Fußballtrainer nützlich. Es hilft beim Beurteilen der Fußballer, individuelle Leistungsprofile lassen sich erstellen und Ermüdung wird schnell erkannt.

„Ein neuer Weg hat sich eröffnet“, sagt Erfinder Casamichana stolz. Laufwege müssten jetzt nicht mehr langwierig analysiert werden. Man könne nun auf die individuelle Leistung der Spieler setzen.

Die Geolokalisierung hat sich in zahlreichen Tests bereits bewährt. Jedoch besitzt es keine Genehmigung der FIFA, wird daher hauptsächlich in spanischen Ligen, und dort nur im Training und bei Freundschaftsspielen angewandt.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (8 Bewertungen)
Autor/in: Johanna Pfingstl


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Ball  /  Fußball  /  High-Tech  /  Schiedsrichter  /  Schiri  /  Sport


Dieser Artikel ist Teil des Specials:

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <b> <i> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <img> <iframe> <br> <div>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Use to create page breaks.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen