Psychologie & Gesundheit
Pharmazie
Wie weiß eine Pille, wo sie wirken soll?
Eine kleine Tablette ist schnell geschluckt, und schnell soll ihr Wirkstoff seine heilende Kraft entfalten. Zum Beispiel gegen eine Entzündung im Knie. Aber woher kennt der Wirkstoff den Weg dorthin? Und warum wandert er nicht in den Kopf?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Als erfahrener Wissenschaftler wusste Ian Osterloh, »dass pharmazeutische Forschung eine Quelle der Frustration und Enttäuschung« sein kann. Auch die Substanz UK-92480 schien nicht das zu versprechen, was der Brite und sein Team erhofften: Sie senkte kaum den Blutdruck, obwohl das ihre Aufgabe sein sollte. Stattdessen berichteten mehrere männliche Versuchspersonen, dass ein paar Tage nach der Einnahme ihr Penis steif wurde. »Keiner von uns dachte damals groß über diesen Nebeneffekt nach«, erinnert sich Ian Osterloh. Als willkommene Potenzhilfe hätte man den Effekt kaum nutzen können: »Wer würde schon am Mittwoch ein Medikament nehmen wollen, um am Samstag eine Erektion zu bekommen?«
Alles deutete darauf hin, dass UK-92480 floppen würde - als Substanz, die partout nicht da wirkte, wo sie wirken sollte, nämlich im Herzen. Aber woher weiß ein Medikament überhaupt, an welcher Stelle im Körper es seine Wirkung entfalten soll? Die meisten Tabletten und Kapseln machen zum Glück genau das, was man von ihnen erwartet.
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