Physik & Technik
Robotertechnik
Gibt es bald Roboteranzüge für Senioren?
Mit 80 Jahren noch einmal so beweglich wie mit 18 sein – dieser Traum könnte dank japanischer Ingenieure bald Wirklichkeit werden. Ihre Erfindung: Ein Roboteranzug, der alten Menschen auf die Beine hilft.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die weißen Kunststoffsegmente des Roboteranzugs werden einfach über die Kleidung geschnallt und sind genau an denselben Stellen wie das menschliche Skelett mit beweglichen Gelenken verbunden. Möchte der Träger einen Fuß vor den anderen setzen, gibt das Gehirn einen entsprechenden Befehl an die Beinmuskulatur. Die Sensoren des Anzugs registrieren dies als schwachen elektrischen Strom, der über die Nervenbahn direkt zum betroffenen Muskel führt. Kurz bevor sich das Bein daraufhin tatsächlich hebt oder senkt, schalten sich die Minimotoren des Anzugs ein und unterstützen so die natürliche Bewegung.
Auf diese Weise lässt sich nicht nur höchst komfortabel und ohne Anstrengung gehen – der Anzug sorgt auch für die nötige Kraft in den Armen, um mehr als 20 Kilogramm schwere Gegenstände zu heben. Die japanischen Tüftler sind überzeugt, dass ihre Erfindung in ihrem vergreisenden Heimatland beste Absatzchancen hat: Im Jahr 2030 wird jeder vierte Japaner 65 Jahre oder älter sein. Weil die Überalterung der Gesellschaft auch in Europa ein wachsendes Problem ist, könnten Roboteranzüge eines Tages auch hier spazieren getragen werden.
Derzeit läuft die Testphase in einem japanischen Pflegeheim. Wenn alles glattgeht, sollen jährlich zunächst 400 Anzüge gefertigt werden. Die ersten Exemplare werden vor allem in medizinischen Rehabilitationseinrichtungen zum Einsatz kommen. Der Preis liegt dabei nicht über dem eines handelsüblichen Elektrorollstuhls: Ab 3165 Euro soll der Roboteranzug dann zu haben sein.
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