Menschenrechte
Social Issue Games - Alles wird gut
In »Pictures for Truth« geht es um das Thema Pressefreiheit. In »Darfur is dying« kämpft eine afrikanische Familie um den Zugang zu sauberem Wasser und in »Iced« navigiert der Gamer durch Alltags-Szenen von Migranten. Das Spiel basiert auf realen Geschichten.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Der Junge hat Durst. Vor ihm taucht ein Jeep mit Rebellen auf, sie tragen Maschinengewehre. Jaja kauert sich hinter einen Stein, er hat einen gelben Wasserkanister dabei, es sind nur noch Meter bis zum Brunnen. Die Welt ist schlecht, und hier bist du das Opfer. Als Flüchtling soll Jaja Wasser holen und aufpassen, nicht von den Janjaweed-Rebellen erschossen zu werden. Ich steuere den kleinen Jungen durch das Spiel »Darfur is dying«(»Darfur stirbt«). Es spielt in der Wüste im Westen des Sudan. Hier sind in den letzten Jahren geschätzte 400 000 Menschen ums Leben gekommen.
»Darfur is dying« ist ein »Social Issue Game«. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Flüchtlingen, Asylbewerbern, politisch Verfolgten. Mit solchen Spielen wollen etwa Hilfsorganisationen auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Im Amnesty-Game »Pictures for Truth« (»Fotos für die Wahrheit«) zum Beispiel ist der beste Freund des Spielers ein Menschenrechtsaktivist in China.
Kurz vor den Olympischen Spielen ist Jun Shen verhaftet worden. Als Fotoreporter macht sich der Gamer nun auf den Weg, ihm zu helfen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht mit »Pictures for Truth« auf die eingeschränkte Berichterstattung während der Spiele in
Peking aufmerksam. Da kommt es durchaus vor, dass man mitten im Spiel aufgefordert wird, eine echte Protest-E-Mail an den Präsidenten zu schreiben.
Ein Klassiker des jungen Genres ist »ICED«, ein Spiel gegen die Abschiebung. In dem Game spielt man zum Beispiel Suki, einen toughen Japaner im gelben MTV-Shirt. Der Informatikstudent soll abgeschoben werden, weil er nicht genug Kurse an der Universität belegt hat. Jeder falsche Schritt führt zur Verhaftung. Was in der echten Welt schwierig ist, kann im Spiel gelingen: die Welt verändern. Man kann den Klimawandel aufhalten, Flüchtlinge retten oder einfach das Müllproblem der Stadt lösen.
P.M. Magazin 09/2008
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