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P.M. Specials: Vampire

Kultur & Gesellschaft

Wo leben noch Vampire?

Es gibt Vampire. Sie saugen Blut. Jede Nacht. Wo ist die diese erstaunliche Fledermaus-Art zu Hause?

Die südamerikanische VampirfledermausDie südamerikanische Vampirfledermaus
Die südamerikanische Vampirfledermaus

Als erstes riecht er sein Opfer, dann spürt er die Wärme dessen Körpers, stößt schließlich fürs menschliche Ohr kaum vernehmbare Ortungslaute aus und stürzt sich, wenn er seine Beute exakt ausgemacht hat, auf sie, um ihr einen Hautfetzen abzubeißen. Gierig leckt der Gemeine Vampir das austretende Blut auf. So unersättlich ist er, dass er sich in der gleichen Nacht gern mehrere Opfer sucht, um insgesamt rund 132 Prozent seines eigenen Körpergewichts an Blut in sich aufzunehmen. Das sind etwa 40 Milliliter. Das darin enthaltene Wasser scheidet er wieder aus, bevor er sich, wenn der Tag naht, zum Schlafen an einen Baum, in einen Strauch oder eine Höhle hängt.

Er lebt nicht in Rumänien, wo nach altem Sagenglauben Tote als Vampire aus den Gräbern steigen, um das Blut von Menschen anzuzapfen. Der Gemeine Vampir ist in den Tropen und Subtropen Amerikas zu Hause und eine zur Familie der Neuwelt-Blattnasen gehörende Fledermausart. Das Tier ist siebeneinhalb bis neun Zentimeter lang, hat Zähne mit messerscharfen Schneiden und Polster an Fußsohlen und Handballen, mit denen es sich sanft auf schlafenden Opfern niederlassen kann. Meist sind dies Rinder, Pferde, Hunde, Schweine – gelegentlich Menschen. »Gemein« ist der Desmodus Rotundes nicht wegen der Heimtücke seines Vorgehens, sondern weil er die am häufigsten vorkommende Vampirart ist. Er hat noch zwei Blattnasen-Verwandte, den Weißflügel-Vampir und den Kammzahn-Vampir, die sich auch so ernähren.

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