Zoologie
Fledermäuse sehen ultraviolett
Die Welt aus der Sicht der "Vampire": Dass die Rufe, die Fledermäuse von sich geben, gewöhnlich vom Menschen nicht zu hören sind, ist allgemein bekannt. Nun konnte York Winter von der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Seewiesen zudem auch zeigen, dass Fledermäuse auch ultraviolettes Licht wahrnehmen, das wir Menschen nicht sehen können. So manche Blume, die uns langweilig oder unscheinbar erscheint, ist für den Falter, den die Blüte anlocken möchte, eine schillernd leuchtende Blüte im UV-Bereich.
Die Welt aus der Sicht der "Vampire": Dass die Rufe, die Fledermäuse von sich geben, gewöhnlich vom Menschen nicht zu hören sind, ist allgemein bekannt. Nun konnte York Winter von der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Seewiesen zudem auch zeigen, dass Fledermäuse auch ultraviolettes Licht wahrnehmen, das wir Menschen nicht sehen können. So manche Blume, die uns langweilig oder unscheinbar erscheint, ist für den Falter, den die Blüte anlocken möchte, eine schillernd leuchtende Blüte im UV-Bereich.
Kameras, die UV-Licht sichtbar machen, zeigen, dass diese Schmetterlinge im UV-Bereich überhaupt keine Ähnlichkeit besitzen. Ein Falter, der UV-Licht wahrnehmen kann, müsste förmlich blind sein, wenn es hier zu Verwechslungen kommen sollte. Dieses Beispiel zeigt, dass wir Menschen häufig vergessen, dass es außer den unseren auch noch andere Sinne gibt, und dass unsere Wahrnehmungswelt im Vergleich zu den Sinnen anderer Tiere verhältnismäßig beschränkt ausfällt. Neben unserer kleinen wahrnehmbaren Welt gibt es noch eine andere Welt, die aus UV-Mustern, Ultraschall und einer Fülle von Gerüchen besteht.
Es verwundert daher zunächst nicht, zu hören, dass es auch Fledermäuse gibt, die UV-Licht wahrnehmen können. Beschäftigt man sich aber mit dem Fledermausauge, so erkennt man doch, dass hier etwas ganz Besonderes vorliegt. Für das Farbsehen sind im Säugetierauge gewöhnlich die zapfenförmigen Lichtrezeptoren, auch Zäpfchen genannt, verantwortlich. Sie brauchen aber eine relativ hohe Strahlungsintensität und arbeiten daher nur bei Tageslicht. Deswegen heißt es auch, dass nachts alle Katzen grau sind, da bei schwachem Licht die Farbrezeptoren nicht mehr arbeiten. Dann funktionieren nur noch die so genannten Stäbchen, mit denen nur Hell-Dunkel-Unterscheidungen möglich sind, was einem schwarzweißen Bild entspricht.
Fledermäuse haben nun als nachtaktive Tiere im Laufe der Evolution ihre Zäpfchen zurückgebildet und besitzen nur noch Stäbchen in ihren Augen. Sie können also eigentlich nur noch schwarzweiß sehen. Bei den Säugetieren, die UV-Licht wahrnehmen können, findet die UV-Wahrnehmung in den Zäpfchen statt. Da Fledermäuse diese Rezeptoren gar nicht besitzen, war man quasi gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie UV-Licht sehen könnten. Nun war man dementsprechend verblüfft, als man feststellte, dass sie es trotzdem können. Fledermäuse sind nun die ersten Säugetiere, bei denen nachgewiesen wurde, dass sie ihre Stäbchen nutzen können, um UV-Licht zu sehen. Die physiologischen Prozesse, die dabei ablaufen, sind aber noch weitgehend unverstanden. Nun wird geforscht, ob dieses Sehvermögen auch noch bei anderen Säugetieren vorkommt.











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