Fakt und Fiction
Das Geheimnis von König Artus
An der Legende Artus, um den Ahnherrn der englischen Könige, und seine berühmte Tafelrunde, haben viele mittelalterliche Chronisten gestrickt. Moderne Historiker gingen auf Spurensuche, ob hinter der Sagenfigur König Artus vielleicht doch eine reale Person stecken könnte ...
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Auf Zauberer sollte man unbedingt hören. Erst recht, wenn man ein König ist und viel zu verlieren hat. Artus hat nicht gehört, und ein ganzes Königreich geht zu Bruch. Dabei fängt alles so gut an für den jungen Artus, nachdem es ihm als Einzigem gelingt, sein Schwert aus einem Amboss zu ziehen und sich somit als wahren Erben seines Vaters, des alten Königs Uther Pendragon, zu legitimieren.
Auf König Artus, den neuen Herrscher Britanniens auf Schloss Camelot, wartet allerhand Arbeit. Wieder und wieder müssen die ins Land einfallenden Sachsen zurückgeschlagen, aber auch die Römer bekämpft werden. Und eine Hochzeit wird auch noch gefeiert: Die schöne Guinevra soll es sein. Der Zauberer Merlin rät von der Verbindung ab, weil er Unheil vorhersieht. Artus heiratet trotzdem, Unheil hin oder her. Männer sind eben manchmal so.
Zwischen den Schlachten tagen Artus und die Ritter seiner Tafelrunde; sie verschreiben sich dabei auch der Suche nach dem Heiligen Gral. Unter ihnen: Lancelot, den Artus ganz besonders mag. Guinevra auch: Sie beginnt mit Lancelot ein Verhältnis und soll dafür hingerichtet werden. Lancelot befreit die Dame, Artus verzeiht ihr, und Mordred heiratet Guinevra.
Nanu? Ganz recht: Mordred ist je nach Version der Geschichte entweder Sohn oder Neffe von Artus. Er behauptet, Artus sei tot und nimmt sich seine beiden größten Schätze: seine Frau und sein Königreich. Damit ist Runde zwei im Kampf um die Frau eröffnet: Artus tötet Mordred, Mordred verletzt Artus, das magische Schwert Excalibur, das Artus mittlerweile von der Herrin vom See erhalten hatte, wird in den See zurückgegeben. Artus wird auf die sagenumwobene Insel Avalon gebracht, wo er genesen soll, um eines Tages wiederzukehren. Sein ideales Königreich versinkt im Chaos. So und in vielen ähnlichen Varianten wird die Legende um König Artus erzählt.
Doch im dunklen Zeitalter Britanniens wurden viele Schwerter gezückt – und nur wenige Schreibfedern. Das »Dark Age« heißt deshalb so, weil die Forschung auf der Suche nach handfesten, handschriftlichen Fakten ziemlich im Dunkeln tappt: Dass im Land von König Artus im 5. oder 6. Jahrhundert viel gekämpft wurde, beweisen archäologische Funde. Ob es aber einen König Artus gab, ist eine Frage, zu der die endgültige Antwort aussteht, obwohl seit Jahrhunderten das größte interdisziplinäre Sondereinsatzkommando aller Zeiten nach ihm fahndet: Historiker, Stammbaumforscher, Archäologen, Heraldiker, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Hobbydetektive und Sprachforscher.
- Artus und seine Tafelrunde
- Geschichte & Politik
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