Geschichte & Religion
Jesus: Warum uns dieser Mann nicht loslässt
Es war eine unruhige Zeit. Aufruhr lag in der Luft. Und Hass: auf die römischen Besatzer und die korrupte Elite. Die Juden fieberten einem Befreier entgegen. Wanderprediger zogen durch Palästina und heizten die Stimmung an. Und dann kam er: Jesus aus Nazareth. Das ist der Anfang von Ereignissen, die die Welt verändern sollten. Wir erzählen hier Jesu Leben. Wie in seinem Namen eine kleine Sekte entstand – und daraus eine Bewegung wurde, die unser Denken bis heute prägt. Ob wir glauben oder nicht.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Geburt
In Bethlehem wird Jesus als Kind von Maria und Josef geboren, heißt es beim Evangelisten Lukas. Mit diesem Ereignis beginnt eine neue Zeitrechnung, die bis heute für große Teile der Welt gilt. Doch war es wirklich das Jahr eins? Historiker halten den Zeitraum von 4 vor bis 6 nach Chr. für wahrscheinlich. Auch das Städtchen Bethlehem ist als Geburtsort umstritten. Gut möglich, dass Jesus nicht dort, sondern im galiläischen Nazareth geboren wurde (weshalb seine Anhänger zuerst Nazaräer hießen). Die ärmliche Geburt des Mannes, der die Welt verändern wird, setzt von Anfang an ein Signal. Während Religionsgründer Buddha als Prinz in einem Schloss aufwächst und Mohammed in einer angesehenen Kaufmannsfamilie, ist Jesus das Kind einfacher Leute. Sie sind auch die Menschen, denen seine Liebe ganz besonders gehört.
Drei Könige
Zuerst kommen ein paar Hirten, um Jesus in der Krippe zu ehren. Eine scheinbar unbedeutende Episode mit verborgenem Symbolgehalt: Die Hirten sind Juden – ihr Kniefall vor Jesus soll zeigen, dass das jüdische Volk ihn als den sehnsüchtig erwarteten Erlöser (Messias) anerkennt. Nach den einfachen Hirten kommt glanzvollerer Besuch: Drei Astrologen, vielleicht auch Ärzte, aus dem fernen Osten machen ihre Aufwartung. Die Anbetung des Babys Jesus durch die (vermutlich) persischen Weisen symbolisiert: Bis weit über die Grenzen seines Geburtslands hinaus reicht die Strahlkraft des Messias.
Die Flucht
Die Familie flieht nach Ägypten, um den Schergen des Herodes zu entkommen. Der König hat von der Geburt des Messias gehört und aus Furcht vor dem »Konkurren-ten« angeordnet, alle Jungen unter zwei zu töten. Der Kindermord von Bethlehem ist nicht belegt, passt aber zur Persönlichkeit des historischen Herodes. Die Episode zeigt, dass damals weniger ein spiritueller Erlöser erwartet wurde als ein politischer Machthaber, der das jüdische Reich von Rom befreien und zu neuem Glanz führen würde.
- Petrus
- Paulus
- Jesus












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