Gehirnforschung
Was ist Intelligenz?
Wer intelligent ist, der weiß eine Menge und kann sich viel merken. Stopp! Stimmt das wirklich? Haben wir nicht schon von Menschen gehört, die alles andere als schlau sind, aber endlose Zahlenkolonnen im Kopf speichern? Oder alle Bundesliga-Ergebnisse der letzten zehn Jahre abrufbereit haben?
Wer viel weiß oder wer ein gutes Gedächtnis hat, muss also nicht unbedingt intelligent sein. Umgekehrt gilt dasselbe: Es gibt normal intelligente Menschen mit einem miserablen Gedächtnis.
Was aber ist Intelligenz dann? Eine eindeutige und allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. Die meisten Forscher sind sich aber einig, dass sich die Intelligenz aus verschiedenen Einzelbegabungen zusammensetzt: logisches und mathematisches Denken gehört dazu, die Fähigkeit, sich sprachlich ausdrücken zu können, räumliches Vorstellungsvermögen, Musikalität, aber auch die Fähigkeit, sozial zu denken – zum Beispiel, die Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen und auf sie zu reagieren.
Sogar die Wahrnehmung des eigenen Körpers spielt bei der Intelligenz eine Rolle. Das klingt erstaunlich. Aber man muss sich nur einmal vorstellen, ein erwachsener Mann würde im Supermarkt in einer Schlange stehen, merkwürdige Kniebeugen machen und willkürlich mit seinen Armen herumtorkeln: Könnte man ihn für intelligent halten?
Wissenschaftler haben den Begriff der Intelligenz immer wieder unterteilt und ergänzt. So gibt es zum Beispiel eine »kristalline« und eine »fluide« Intelligenz. Die kristalline (feste) Intelligenz ist all das, was wir gelernt haben und können. Unter fluider (flüssiger) Intelligenz verstehen Psychologen die Fähigkeit, sich an neue Situationen anzupassen – zum Beispiel, Neues zu lernen und Schlussfolgerungen zu ziehen.
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