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P.M. Specials: Menschheit

Archetypen

Gibt es ein kollektives Menschheits-Gedächtnis?

Carl Gustav Jung (1875–1961), der Begründer der Analytischen Psychologie, hatte die Theorie der »Archetypen« (griech. Urbilder). Dabei geht er davon aus, dass alles, was je geschah, gesammelt und verdichtet von Generation zu Generation weitergegeben wird. Doch was ist dran an der Theorie der Archetypen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Alle Lebewesen der Erde seien miteinander vernetzt und Bestandteile eines einzigen lebenden Organismus
iStockphoto

Wie kommt es, dass die Fantasie der Menschen überall auf der Welt Monster und Drachen kennt, die Ähnlichkeit mit Dinosauriern haben? Wieso ähneln sich Traum- und Albtraumbilder? Warum trifft man in allen Kulturen ähnliche Mythen und Märchen? »Sie alle steigen aus dem kollektiven Unbewusstsein der Menschheit empor«, schrieb Carl Gustav Jung (1875–1961), der Begründer der Analytischen Psychologie. Seine Theorie der »Archetypen« (griech. Urbilder) geht davon aus, dass alles, was je geschah, gesammelt und verdichtet von Generation zu Generation weitergegeben wird. Jung und seine Nachfolger sehen darin den »stärksten Impuls der Menschheit«. Eine spätereThese, wonach Menschheits-Erfahrungen genetisch vererbt würden, erwies sich als nicht haltbar.

Bei Makaken-Affen auf pazifischen Inseln beobachteten Wissenschaftler, wie sich eine neu erworbene Verhaltensweise – das Waschen der Nahrung vor dem Verzehr – rasend schnell auf einer ganzen Insel ausbreitete und kurz darauf auch von Artgenossen auf Nachbarinseln übernommen wurde. Die »Gaia«-Theorie des britischen Chemikers und Naturphilosophen James Lovelock liefert hierfür eventuell eine Erklärung: Alle Lebewesen der Erde seien miteinander vernetzt und Bestandteile eines einzigen lebenden Organismus, der »Gaia« genannten Erde. Lovelocks Theorien sind mittlerweile durch die globale Erwärmung, die als Reaktion Gaias auf die Umweltzerstörung interpretiert werden kann, wieder hochaktuell.

Fest steht: Je häufiger eine Spezies gewisse Lernleistungen erbracht hat, desto leichter ist es für alle Nachfahren, diese Fähigkeiten zu erlernen. C. G. Jung: »Das kollektive Unbewusste ist die Lagerstätte des psychischen Erbes der Menschheitsgeschichte, das individuelle Gedächtnis ist kein unbeschriebenes Blatt.«

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