Tyrannosaurus rex
König der Dinosaurier mit Imageproblemen
Noch vor 100 Jahren, unmittelbar nach dem ersten Fossilfund von Tyrannosaurus rex, herrschte unter den Paläontologen Einigkeit, dass die Riesenechse wohl das monströseste Raubtier aller Zeiten war. Doch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft bedarf es einer gründlichen Revision aller Theorien über den Tyrannosaurus rex.
Tyrannosaurus rex – kein anderer Dinosaurier sorgt so zuverlässig wie er für Gänsehaut. Beruhigenderweise ist diese gigantische Bestie seit dem Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren ausgestorben. Heute sorgen nur noch Skelettreste der einstmals bis zu sechs Tonnen schweren und 14 Metern großen Könige der Tyronnosaurier für Aufsehen. Im Kinohit Jurassic Park noch als Killermaschine verschrien, hat T-Rex heute Imageprobleme.
Noch vor 100 Jahre, unmittelbar nach dem ersten Fossilfund von T-Rex, herrschte unter den Paläontologen Einigkeit, dass die Riesenechse wohl das monströseste Raubtier aller Zeiten war. Doch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft bedarf es einer gründlichen Revision aller Theorien über T-Rex. Der mit seinen 6.000 Kilogramm schwere Gigant war weder ein flinker Sprinter noch ein wendiger Jäger. Tyrannosaurus rex war lediglich ein lahmer Aasfresser. Nur sein Wachstum schlägt alle Rekorde. Die wachsenden Riesensaurier nahmen gerade in den Teenagerjahren täglich bis zu zwei Kilogramm zu.
Bisher war unter den Forschern umstritten, ob die riesigen Fleischfresser einen schnellen Wachstumsschub durchlebten oder langsam, aber dafür lebenslang wuchsen. In jüngerer Zeit wurde indessen ein Verfahren entwickelt, dass den Forschern erlaubte, anhand von Wachstumslinien in Skelettknochen und der jeweiligen Körpergröße den Verlauf des Wachstums zu berechnen. Das Ergebnis verblüffte: Der Tyrannosaurus rex erreichte seine beachtliche Körpergröße durch einen enormen Wachstumsspurt im jugendlichen Alter von 14 bis 18 Jahren. Rund 70 Prozent des Gewichts eines ausgewachsenen Tyrannosaurus von über fünf Tonnen legten die jugendlichen Saurier in diesem Alter zu. Am Tag war das eine Gewichtszunahme von über zwei Kilogramm. Mit 20 Jahren stellte sich das Wachstum dann ein, und zehn Jahre später starb T-Rex offenbar schon. Er war damit "der James Dean der Dinosaurier - er lebte schnell und starb jung", sagte Gregory Erickson, einer der Forscher, deren Studie im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht wurde. Die Forscher verglichen für ihre Ergebnisse 60 Knochen von 20 Tieren, die vier verschiedenen Tyrannosauriden-Arten angehörten. Knochen wachsen in der Regel in ringförmigen Ablagerungen, die ähnlich den Baumringen Rückschlüsse auf das jährliche Wachstum erlauben. Weil sich manche Knochen im Laufe des Wachstums stark verformen und daher kaum verlässliche Daten liefern, konzentrierten sich die Forscher auf langsam wachsende Rippen und Wadenbeine.
Ein wichtiges Indiz für seine Harmlosigkeit seien die kleinen Vorderarme des Dinosauriers, die im Kampf völlig untauglich gewesen wären. Wäre die Riesenechse etwa umgefallen, hätten die schmächtigen Arme den Sturz weder abbremsen noch abfangen können. Jeder Sturz hätte den Saurier in eine hilflose Situation manövriert. Große Bestätigung erfährt die Aasfresser-These auch durch die Zahnstruktur der Riesenechsen. Nach bisher gängiger Lehrmeinung war T-Rex in der Lage, mit seinen langen, spitzen und kraftvollen Hauern bis zu 250 Kilogramm Fleisch und Knochen auf einmal aus einem Körper herauszureißen. Jüngste Forschungsergebnisse weisen aber darauf hin, dass seine Zähne nicht zum Schneiden, sondern vielmehr zum Mahlen geeignet waren.











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