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Wo wird Giftmüll endgelagert?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Atommüll steht regelmäßig im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Giftmüll dagegen erregt wesentlich seltener das Interesse. Dabei fallen jedes Jahr erheblich größere Mengen Gift- und Sondermüll an als Atommüll. Diese "gefährlichen Abfälle" - so der juristische Oberbegriff für Sondermüll aller Art - stammen hauptsächlich aus der Groß- und Kleinindustrie, aber auch Privathaushalte produzieren durch die Nutzung von Lacken, Reinigungsmitteln oder Batterien einiges an Sondermüll. Dessen Lagerung ist ähnlich problematisch wie die von Atommüll. Zudem büßen die meisten gefährlichen Abfälle auch in einer Million Jahren nichts von ihrer Giftigkeit ein, im Gegensatz zu Atommüll, dessen Strahlung mit den Jahrtausenden langsam, aber stetig schwächer wird. Daher muss auch Giftmüll sehr sicher gelagert werden.
Dies geschieht, abhängig vom Giftigkeitsgrad, sowohl in der ober- als auch in unterirdischen Deponien. Untertagedeponien dienen oft als Endlager und werden für gewöhnlich in Hunderten Metern Tiefe in Gesteinsschichten abgelegt, die eine größtmögliche Abdichtung nach außen bieten, insbesondere gegen eindringendes Grundwasser. Es gibt mehrere solcher Untertage-Endlager in Deutschland, das weltweit größte ist die Deponie Herfa-Neurode in Hessen: 200.000 Tonnen werden dort jedes jahr angeliefert. Oberirdische Deponien unterliegen strengen Sicherheits- und Bauvorschriften, die eine optimale Isolierung der gelagerten Stoffe von der Umgebung garantieren sollen.
Die Entsorgung von gefährlichen Abfällen ist - zumindest in den meisten Industrienationen - gesetzlich geregelt, aufwendig und teuer. Daher ist der illegale Handel mit Giftmüll ein blühendes Geschäft für das organisierte Verbrechen. Tausende Tonnen Giftmüll gelangen so jedes Jahr nach Afrika und in andere Entwicklungsländer, wo sie billig und unsachgemäß "entsorgt" werden.
P.M. Fragen & Antworten 04/2011











