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Weltall

Megascharfer Blick durchs Weltall

Forscher in Garching bei München haben einen einzigartigen Teleskopverbund geschaffen. Er lässt Dinge zwei Millionen Mal größer erscheinen als das menschliche Auge. Damit sind Ausflüge in die Tiefen des Weltalls möglich.

Schwarzes Loch im Weltall: Es ist fünf Milliarden Lichtjahre entfernt
Wikimedia Commons

In Frankfurt am Main eine Zeitung in Los Angeles lesen? Mit diesem Vergrößerungsfaktor wäre das möglich. Das gelang Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, indem sie drei Fernrohre miteinander verkoppelten.

Ein Blick weit über die Grenzen unserer Milchstraße

In Chile, Arizona und Hawaii stehen die Radioteleskope – jedes für sich ein Gigant. Zu dritt schaffen sie, was noch kein Fernrohr vorher geschafft hat. Sie blicken mit einer unglaublichen Schärfe weit über den Rand unserer Milchstraße und spähen schwarze Löcher aus. Die große Distanz zwischen den Fernrohren ist wichtig. Je größer sie ist, desto schärfer werden die Bilder. Das Mega-Teleskop hat, rechnet man alle Entfernungen zwischen den einzelnen Fernrohren zusammen, eine Linsengröße von mehreren zehntausend Kilometern. Durch eine große Linse können mehr Licht und mehrere Bilddetails aufgenommen werden. Die Bilder werden schärfer.

Die fremde Galaxie, die der Teleskop-Verbund nun erspäht hat, liegt mehr als fünf Milliarden Lichtjahre entfernt. Zum Vergleich: Unsere Milchstraße hat gerade einmal einen Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Das Mega-Teleskop sieht also 10 000 Mal so weit. Es ist nicht verwunderlich, dass bei diesen Entfernungen die Aufnahmen des Mega-Teleskops nicht ganz scharf sind. Experten der europäischen Südsternwarte Eso glauben aber, auf den Bildern ein schwarzes Loch, eine Milliarde Mal so schwer wie unsere Sonne, zu erkennen.

Phänomen im Weltall – Schwarze Löcher, Milliarden Mal schwerer als die Sonne

Ein schwarzes Loch ist im Prinzip ein sehr schwerer toter Stern. Er ist bei seinem Sterben in einer gewaltigen Supernova explodiert. Seine äußere Masse schleudert er bei diesem Vorgang ins Weltall, sein Inneres implodiert. Es bricht zusammen und verdichtet sich in wenigen Millisekunden zu winzigen Teilchen. Das schwarze Loch entwickelt so starke Anziehungskräfte, dass sogar das Licht in seiner Umgebung angesaugt wird. Es kann dann Milliarden Mal schwerer werden als unsere Sonne.

Um das schwarze Loch und den Rand unserer Milchstraße genauer zu untersuchen, wollen die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts nun noch mehr Teleskope zum Verbund hinzufügen. Dann könnten wir vielleicht bald, in voller Schärfe, bis zum Ende des Weltalls blicken.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.2 (29 Bewertungen)
Autor/in: Johanna Pfingstl


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Kommentare

von allround
1. September 2012 - 19:24

....dann könnten wir vielleicht bald, in voller Schärfe,bis zum Ende des Weltalls blicken.Hier schein der Autor mit seiner Phantasie ein bißchen zu weit gegriffen zu haben.
Herr Autor,gewöhnen Sie sich an den Gedanken,daß das Weltall unendlich ist;auch
wenn es Ihre Vorstellungskraft übersteigt.
Der Mensch ist mit Grenzen aufgewachsen.Im All herrschen keine irdischen Gesetze.

von hads1978
6. August 2012 - 20:17

Wenn man soweit schauen kann, warum dann nicht auf Exo-Planeten in der "näheren" Umgebung?