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Lenkdrachen
Lenkdrachen fliegt gegen Atomkraft
Elf Quadratmeter. Das ist die Fläche, auf der manche Menschen leben. Sie soll dem KitePower zu so viel Auftrieb verhelfen, dass er Strom erzeugt.
Dies wäre der Traum mancher Jungen gewesen: ein riesengroßer Lenkdrachen, der vom Herbstwind in den Himmel getragen wird. Was früher Spiel und Abenteuer war, ist jetzt ein wichtiges Instrumentarium der erneuerbaren Energien geworden. Nachdem Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen hat, könnten auch große Drachen den künftigen Energiebedarf decken helfen.
Der Lenkdrachen KitePower kreuzt gegen den Höhenwind
Das schweizerische Forschungslabor Empa hat KitePower mitentwickelt, ein Kraftwerk in luftiger Höhe. In mehreren hundert Metern über dem Erdboden herrscht nie Flaute, sondern immer ein kräftiger Wind. Um den zu nutzen, muss sich der Drachen steuern lassen. Er hat in seinem Inneren ein Gerüst, dessen Teile sich gegeneinander verstellen lassen, so dass Steuerbewegungen möglich werden.
Auf diese Weise entsteht ein Lenkdrachen, der ständig gegen den Windstrom kreuzt. Das Fluggerät macht dabei eine Art Hub-Bewegung. Die überträgt es über das Seil an den Boden und auf einen Generator dort.
Lenkdrachen könnten in mehreren Kilometern Höhe mit Windkraftturbinen konkurrieren
Der Lenkdrachen KitePower besteht aus einer luftgefüllten Hülle. Stangen spannen den Flügel auf. Das Gewicht des elf Quadratmeter großen Fluggeräts beträgt nur gut drei Kilogramm. Im Herbst wird es weitere Testflüge absolvieren. Hat sich der Apparat erst in Höhen von ein paar hundert Metern bewährt, könnte er auch auf mehrere Kilometer steigen.
Dort herrschen so starke Winde, dass ein entsprechend größerer Lenkdrachen, etwa von der Größe eines Yachtsegels, mit einer terrestrischen Windkraftturbine konkurrieren könnte. Ein ganzes Drachengeschwader, so die Hoffnung, könnte eines Tages ein Atomkraftwerk ersetzen.
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