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Freizeit

Im Urlaub mal schnell um die Welt – digital!

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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»Um Stress zu vermeiden, müssen wir Freizeit und Erholung so ernst nehmen wie Arbeit.«
iStockphoto

Die Freizeitpaläste der Zukunft sind gigantische Kunstwelten, in denen wir rund um den Globus reisen können. Ohne Pass und Koffer. Aber nicht nur virtuelles Infotainment liegt im Trend. Das Angebot wird immer bunter: von neuen Extrem-Sportarten wie »HotRocket« bis zur Schweigewoche hinter Klostermauern – es gibt viel zu erleben.

Die vergangenen 100 Jahre haben uns weitgehend von schwerer körperlicher Arbeit befreit. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen: Die Jobs der Zukunft strapazieren eher Geist als Muskeln – das erfordert neue Formen der Erholung. Während wir uns früher in der freien Zeit einfach ausruhten von der Arbeit, geht der Freizeittrend heute zu »Wohlfühlen« und »Wellness«, zu neuen Erlebniswelten in Urlaub, Sport und Bildung.

Dafür steht uns viel mehr Zeit zur Verfügung als je zuvor: Jeder Erwachsene verbringt heute im jährlichen Durchschnitt nur noch 1600 Stunden im Büro oder in der Fabrik, 1950 war es noch fast ein Drittel mehr. Unsere Wochenarbeitszeit ist heute so kurz wie nie. Und da wir dank moderner Medizin immer älter werden, bleibt nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben noch viel Freizeit übrig. Doch das dürfte sich ändern: »Wir müssen uns eher darauf einstellen, dass die Lebensarbeitszeit steigt«, prognostiziert Professor Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Wer Arbeit hat, muss in Zukunft mit weniger Freizeit rechnen: Die Hälfte der Mitarbeiter wird doppelt so viel wie früher verdienen, aber dafür dreimal so viel leisten müssen. Lange Pendelwege zur Arbeitsstätte und Doppelbelastungen durch Zweitjobs oder Kindererziehung nagen zusätzlich an unserer freien Zeit.

»Wir müssen mit ihr so sorgfältig umgehen wie mit unserem Finanzbudget«, fordert Professor Peter Zellmann, wissenschaftlicher Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung in Wien. Er schlägt deshalb vor: An den Schulen sollte das Fach »Zeitkompetenz« auf den Stundenplan kommen. Wer schon als Kind lernt, sich zu organisieren, hat auch später kein Problem mit dem Zeitmanagement. Die Fähigkeit, sein Zeitbudget optimal zu »verwalten«, muss auch deshalb entwickelt werden, weil sich künftig Arbeit und Freizeit mehr als bisher ineinander verzahnen: Kurze Zeiten der Beschäftigung wechseln sich mit kurzen Perioden der Freizeit ab.

In einem solchermaßen »zerfaserten« Alltag seine freie Zeit genießen zu können erfordert in der Tat eine größere Zeitkompetenz, als bisher notwendig war: Wir müssen lernen, die verbleibenden Perioden der Freizeit effektiv für die Erholung zu nutzen. Dass wir damit schon heute ein Problem haben, belegt eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Sporthochschule Köln: Fast drei Viertel der Befragten konnten nicht rechtzeitig von Arbeit auf Erholung umschalten. Psychologie-Professor Henning Allmer, der die Studie betreut hat: »Um Stress zu vermeiden, müssen wir Freizeit und Erholung so ernst nehmen wie Arbeit.«

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