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Kameramann

Der fliegende Kameramann

Ein ferngesteuerter Hightech-Helikopter mit integrierter Kamera eröffnet TV-Zuschauern neue Perspektiven. Er macht im Sport wackelfreie, gestochen scharfe Bilder. Der Betrachter fühlt sich wie live dabei. Der fliegende Kameramann könnte den Wassersport aus seinem medialen Nischendasein befreien.

Kameramann in der Luft begleitet Regatta: Aus wenigen Metern Distanz macht er packende Aufnahmen vom Kampf der Crew
heli-cam-europe.tv

Im norddeutschen Dorf Bonebüttel tüftelte ein Team aus Technikern, Piloten, Kameramännern und Stuntleuten über sechs Jahre lang an einem Hightech-Helikopter, der Filmaufnahmen aus der Vogelperspektive live überträgt. Ausgestattet mit einer elektrobetriebenen Kamera macht der fliegende Kameramann außergewöhnliche Bilder in bester HD-Qualität möglich, ohne zu verwackeln.

Kameramann in der Luft wird 90 km/h schnell

Trotz einer umfänglichen technischen Ausrüstung, die Geheimagent James Bond beeindrucken würde, ist der ferngesteuerte Hubschrauber ein Leichtgewicht. Der fliegende Kameramann wiegt elf Kilogramm bei einer Größe von 1,60 Meter. Sein Motor ist leistungsstärker als der eines Motorrollers, wodurch er Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h erreicht.

Seine Kraft, Schnelligkeit und hohe Stabilität unterscheiden den Heli maßgeblich von einer Drone, einem ferngesteuerten Flugobjekt. Während Letztere bereits durch leichte Winde aus der Bahn geworfen wird, sendet der fliegende Kameramann seine wackelfreien Filmaufnahmen selbst bei Böen aus 100 Metern Höhe.

Die Idee für den schwebenden Kameraassistenten stammt von Jürgen Schindler von Heli-cam-europe.tv, der selbst viele Jahre hinter der Linse arbeitete. Bis zum heutigen Helicam-Prototyp war es ein weiter Weg. Viele Modelle überlebten ihren ersten Testflug nicht, was das Projekt mit hohen Kosten belastete.

Der ferngesteuerte Kameramann nach dem Einsatz: Atemraubend neue Bildperspektiven aus dem Sport und Wassersport
heli-cam-europe.tv

Spezielle Rotoren verhelfen dem Kameramann zu einer ruhigen Hand

Die tatsächliche Innovation war allerdings weder die verwendete Standardkamera noch der Modellhubschrauber, dessen Bausatz im Handel zu erwerben ist. Die größte Herausforderung für Schindler und sein Forscherteam war es, die Kamera während des Helikopterfluges so ruhig zu halten, dass vibrationsfreie Bilder in bester Qualität entstehen.

Spezialanfertigungen hieß die Herausforderung. Eigens angefertigte Rotorblätter garantieren einen ruhigen Flug des fliegenden Kameramanns. Eine stabilisierte Plattform, die mit speziellen Aufhängern unter dem Helikopter befestigt ist, schützt die Kamera vor Erschütterungen.

Der fliegende Kameramann – eine Chance für den Wassersport

Egal ob Sportreportagen, Kinofilme, TV-Spots oder Dokumentationen: Der ferngesteuerte Kameramann ist ein Alleskönner und kostet dabei pro Drehtag nur so viel wie ein ausgewachsener Hubschrauber in einer Stunde. Die Innovation zahlt sich aus: Eine Sportreportage über die Europameisterschaft im Eissegeln verhalf dem fliegenden Kameramann zum Durchbruch.

Für den Wassersport, darunter den Segel- und Rudersport, sind die scharf gezeichneten Luftaufnahmen besonders lukrativ. Die deutsche Segelnationalmannschaft will mit neuen, aufregenden Perspektiven eine breitere Zuschauerschaft erreichen.

Forscher arbeiten dereit an einer Verknüpfung der Helikopter-Aufnahmen mit Smartphones, die Live-Aufnahmen von den Seglern während einer Regatta an die Handy-Besitzer übertragen. Dank dieser Technik hüpft der Zuschauer dann praktisch mit an Bord, wenn es heißt: Die Leinen los, die Segel straffen.

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Autor/in: Sarah Lethmate
09.05.2012


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