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Medizintechnik
Das Handy wird zum mobilen Arzt
Ein indischer Infomatiker hat jetzt eine App für Urintests vorgestellt. So kann jeder mit seinem Handy Diagnosen erstellen – und das treffender als Ärzte.
Aus dem Urin lassen sich zahlreiche Informationen über die Gesundheit eines Patienten ablesen. Diabetes, Infekte der Harnwege, Krebsarten und Erkrankungen der Leber sind nur einige von ihnen. Die neue App erkennt 25 teilweise lebensbedrohliche Krankheiten allein an der Farbe des Urins.
Der aus Indien stammende Informatiker Myshkin Ingawale hat das Programm namens uCheck gerade auf der TED-Konferenz (Technology, Entertainment, Design) in Kalifornien vorgestellt.
Urintests einfach, schnell und verlässlich
Die Diagnose beginnt mit gewöhnlichen Methoden. Ein Teststreifen wird in Urin getränkt, dieser verfärbt sich entsprechend der Inhaltsstoffe im Urin. Die Interpretation der Färbung übernimmt dann das Handy: Es macht ein Foto vom Streifen, und die App rechnet einen Befund aus. Um eventuell schlechte Lichtverhältnisse für das Foto auszugleichen, wird mit einer speziellen Unterlage im Hintergrund fotografiert. Der Nutzer liest dann die Ergebnisse auf einer übersichtlichen Grafik ab.
Der Test kann also ohne Vorkenntnisse durchgeführt werden. Und er ist sogar verlässlicher als die Interpretation durch Experten: In einem Versuch mit 1200 Urinproben konnte die App treffendere Befunde erstellen als Ärzte.
Günstige Alternative zu Maschinen
Das uCheck-Programm kostet inklusive fünf Teststreifen und Fotounterlage rund 15 Euro. Dies ist vergleichsweise wenig, spezielle Maschinen zur Urinuntersuchung kosten mehrere Tausend Euro. So wird die Erfindung vorallem für Entwicklungsländer interessant, wo wenig Geld für Krankenhäuser vorhanden ist.
Ein Handy hingegen haben über 70 Prozent aller Menschen. Die Erfinder rechnen damit, dass in Zukunft auf der ganzen Welt immer mehr appfähige Smartphones die alten Handys verdrängen. Denn bereits jetzt gibt es in Indien Smartphones ab 70 Euro zu kaufen.
Der Urintest ist bereits ab März diesen Jahres im Handel erhältlich und wird dann auch in ersten indischen Krankenhäusern eingesetzt.
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