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Paläontologie

Uralte Dinosaurier-Embryonen entdeckt

Es gibt eine ganze Reihe an Geheimnissen und Mythen, die sich um die früheren Bewohner unserer Erde ranken. Nun kommen wieder ein paar neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu: In China wurden die bislang ältesten Dinosaurier-Embryonen gefunden.

Die Rekonstruktion des Lufengosaurus kann zum Beispiel im Beijing Museum of Natural History begutachtet werden.
FarleyKatz / commons.wikimedia.org

Ein fossiles Nest

Die fossilen Überreste wurden bei Grabarbeiten in China entdeckt und sind wahrscheinlich dem pflanzenfressenden Lufengosaurus zuzuordnen. Rund 200 nur wenige Millimeter kleine Knochen fand ein internationales Forscherteam im Sediment. Diese stammen von ca. 20 Embryonen aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

Lufengosaurus lebte vor rund 200 bis 190 Millionen Jahren im Unteren Jura. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei dem Fund um ein Nest mit Eiern handelt. In der Umgebung sind vorher bereits Überreste von ausgewachsenen Lufengosauriern gefunden worden.

Die Forscher fertigten Dünnschnitt-Präparate an und betrachteten die winzig kleinen Wirbelknochen unter dem Mikroskop. Die Wirbel waren von kanalförmigen Hohlräumen durchzogen, welche einst die Blutgefäße beherbergten. Das Blut versorgte das wachsende Knochengewebe mit Nährstoffen.

Die Besonderheit der Wirbelkanäle

Anhand der Größe dieser Hohlräume im Wirbel lässt sich ableiten, in welchem Entwicklungsstadium sich der Dino-Embryo befunden hat. Denn junge, schnell wachsende Tiere benötigten eine rasche Nährstoffversorgung und damit auch große Hohlräume. Mit zunehmendem Alter und vermindertem Wachstum verengten sich diese Kanäle, weil nicht mehr so viele Nährstoffe transportiert werden mussten.

Bei den in China entdeckten Fossilien handelt es sich um frühe Embryonen-Stadien. Das belegt auch die Analyse von Resten der Eierschalen und Knorpel aus dem Inneren der Wirbel.

Von ihren Funden konnten die Wissenschaftler außerdem ableiten, dass Lufengosaurus sehr schnell gewachsen ist und sich häufig fortgepflanzt hat. Wahrscheinlich verschaffte ihm das einen Selektionsvorteil, was auch seine weltweite Verbreitung erklären würde. 

Die Lufengosaurier zählen zu den ältesten, aber noch sehr wenig erforschten Dinosauriern. Sie waren bis zu acht Meter groß und hatten einen sehr langen Hals. Zeitweise sollen sie sich auf zwei Beinen fortbewegt haben.

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Autor/in: Juliane Dräger
15.04.2013


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