Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
Ausgabe
06/2013
Cäsar und Augustus
Deutschland 1913: Der letzte Sommer im Frieden
Brief, Telefon & Co: Als die Wörter fliegen lernten
Ausgabe
06/2013
Wie gefährlich sind die Geheimbünde von heute?
Wo finde ich meinen Genpartner?
Gibt es noch Länder ohne Internet?
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
02/2013
113 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei E-Book-Reader!
Ausgabe
02/2013
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 44 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
02/2013
Flachdach
Gemüsegarten auf dem Flachdach
Die Landwirtschaft zieht in die Stadt. Jedes Flachdach lässt sich in einen Gemüsegarten verwandeln. Dort lassen sich knackfrisch viele wichtige Zutaten für die Zubereitung des Essens ernten. Nebenbei vernichtet der üppige Pflanzenwuchs auf den Häusern einen Großteil der CO2-Emissionen.
Die natürliche und gute Ernährung kommt von den Dächern. Auf einem Flachdach ist jede Menge Platz für das Anlegen eines Gemüsegartens. Dort wachsen Karotten, Salate, Bohnen und Kräuter, kurzum alles, was Gesundheit und Vitamine auf die tägliche Essenstafel bringt.
In den USA wird das bereits umgesetzt. Die Bilder von Dachgärten auf den Hochhäusern Manhattans sind um die Welt gegangen. Diesem Vorbild eifern auch in Deutschland immer mehr Architekten, Ingenieure und innovative Hausbesitzer nach. Darüber berichtet die neueste Ausgabe des Fraunhofer Magazins mit dem Titel „Grüne Chemie“.
Leichte Tongranulate bedecken das Flachdach
Ein Pilotprojekt dazu hat das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen ins Leben gerufen. Projektleiter Volkmar Keuter erklärt das Modell. Beim integrated Farming, auch inFarming und Flachdach-Farming genannt, wandert die Landwirtschaft mitten in die Stadt.
Da Erde zu schwer für das Flachdach wäre, wird es mit leichtem Tongranulat abgedeckt. Dieses kommt auch bei Hydrokulturen zum Einsatz. Die Pflanzen wachsen in einer Nährlösung, gewonnen aus gefiltertem Regen- und Abwasser. Die Abwärme des Hauses sowie Solarmodule sorgen für die nötige Wärme. Das alles lässt den Gemüsegarten auf dem Flachdach üppig gedeihen. Die Oberhausener Experimentatoren versprechen sich auf Flachdächern bis zu zehnmal höhere Erträge als in normalen Gärten.
Landwirtschaft und Gemüseanbau in Agrarhochhäusern
Das Verfahren hat weitere entscheidende Vorteile: Der Flächenverbrauch sowie Transportkosten und Emissionen gehen bei dieser Art des Gemüseanbaus gegen Null.
Die Idee für den landwirtschaftlichen Betrieb innerhalb von Gebäuden kam vor gut zehn Jahren in den Vereinigten Staaten und in den Niederlanden in Fahrt. Dort entstanden Modelle von Agrarhochhäusern. Auf den verschiedenen Etagen, so die Idee, soll sich eines Tages die gesamte landwirtschaftliche Produktion ansiedeln lassen, von der Schweine- und Rinderzucht bis zum Anbau von Kartoffeln und Getreide. Elektronik und Roboter könnten für einen vollautomatischen Betrieb sorgen.
Flachdach-Varianten: Skyfarming und Urban Farming
Das Agrar-Modell stammt vom Mikrobiologen Dickson Despommier. In Deutschland griff es der Agrarökologe Joachim Sauerborn auf. „Skyfarming“ ist eine noch weitgehend visionäre Idee und könnte die Reisproduktion der Welt einmal um das Hundertfache steigern, glaubt Sauerborn.
Das alles hat zur Ausbreitung und Popularität des Urban Farming beigetragen, der Landwirtschaft in der Stadt. Dabei wird auf leeren Flächen in den Großstädten Ackerbau und Viehzucht betrieben. In einer Stadt wie Chicago etwa, das viele leere Grundstücke aufweist, leben mittlerweile ganze Stadtviertel davon.
Flachdächer in Deutschland: 300 Millionen Quadratmeter Anbaufläche
Diese Agrar-Strategie hat sich zum Rooftop Farming, der Landwirtschaft auf dem Flachdach, weiterentwickelt. Das eignet sich in hervorragender Weise für den Anbau von Gemüse. In Deutschland stünden, laut UMSICHT, dafür 300 Millionen Quadratmeter an Fläche zur Verfügung. Die darauf wachsenden Pflanzen könnten achtzig Prozent der Industrieemissionen des Landes aufnehmen.
Allein in München, so das dortige Bauzentrum, entstehen immer mehr Dächer in der Form eines Flachdaches. Hier öffnet sich ein großes Potenzial für die postagrarische, neue Anbaumethode. Das Planungsreferat der Stadtverwaltung hat bereits reagiert. Bauindustrie, Architekten und Hausbesitzern versorgt es mit einer Informationsbroschüre über Gärten und den Gemüseanbau auf dem Flachdach. Die „fünfte Fassade“, schreibt Stadtbaurätin Dr. Elisabeth Merk im Vorwort, stärkt den Gedanken der Partizipation und Identifikation mit der Hausgemeinschaft.
Gemüsegarten-Flachdach bei Münchner Klimaherbst
Im Herbst wird die Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik TELI im Rahmen des Münchner Klimaherbstes (Schwerpunkt: Ernährung) im Presseclub dazu eine Veranstaltung durchführen. Neben der Theorie geht es hier auch um die Praxis: Was müssen Stadt, Hausbesitzer und Bewohner tun, damit der Idee von Gemüsegarten auf dem Flachdach Flügel wachsen.
- Urban Farming
- Zeitgeschichte
- Robotik






















Kommentar hinzufügen