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Meteorologie
Das Wetter wird nicht besser. Aber der Wetterbericht!
Ende Mai startet der neue europäische Wettersatellit MetOp-B ins All. Zusammen mit einem ebenfalls neuen US-Satelliten wird er täglich 35 Millionen Messdaten liefern. So viele Wetterinformationen standen den Meteorologen noch nie zur Verfügung.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Im Grunde ist »MetOp-B« ein ziemliches Weichei. Er mag es trocken, kühl und völlig windstill, turbulentes Wetter ist gar nicht sein Ding. Deshalb schwebt der Koloss aus Kohlefaser und Aluminium auch gern über den Dingen. Dort muss er sich mit schlechtem Wetter nicht herumplagen – er muss es nur korrekt vorhersagen. MetOp-B ist ein Wettersatellit, einer der neuesten und besten seiner Art. Die vergangenen fünf Jahre hat er in Forschungsanlagen in Friedrichshafen und im französischen Toulouse verbracht, in klimatisch streng kontrollierten Reinräumen. Ende Mai soll Met-Op-B nun ins Weltall starten – in ein eisiges Vakuum, in dem kein Lüftchen weht und in das sich nur selten ein Wassermolekül verirrt. Ideale Bedingungen für den wetterfühligen Späher. Kein Wunder, dass Meteorologen große Hoffnungen auf ihre jüngste Errungenschaft setzen. Dank hochmoderner Technik und einer ungewohnten Umlaufbahn soll MetOp-B die Qualität der Vorhersagen nochmals deutlich steigern – auch wenn, glaubt man den Aussagen der Wetterforscher, schon heute die kurzfristigen Prognosen zu fast hundert Prozent ins Schwarze treffen. Der Gang vor die Tür offenbart allerdings meist ein ganz anderes Bild: Viel zu oft, so zumindest der subjektive Eindruck, liegt der Wetterbericht komplett daneben. Was läuft falsch im Spiel mit den Vorhersagen?
»Wenn die Leute über Prognosen schimpfen, verwechseln sie gern mal schlechtes Wetter und eine schlechte Wettervorhersage«, sagt Volker Liebig, Direktor für Erdbeobachtung bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Zudem liegt es in der Natur des Menschen, die vielen korrekten Prognosen als selbstverständlich hinzunehmen und gleich wieder auszublenden. Geht jemand – im Vertrauen auf den Wetterbericht – aber ohne Schirm aus dem Haus und kommt in einen Wolkenbruch, vergisst er das nicht so schnell. Für den Ruf der Meteorologen ist das fatal. »Dabei ist die Qualität der Vorhersagen in den vergangenen Jahren extrem gestiegen«, sagt Volker Liebig. Florence Rabier, Abteilungsleiterin im Forschungszentrum des französischen Wetterdienstes Météo-France, kann das sogar mit bunten Folien belegen: Die Kurven, aus denen die Treffsicherheit der Drei,- Fünf- und Zehn-Tage-Prognose im Laufe der Zeit hervorgeht, steigen allesamt steil an. Vor dreißig Jahren stimmte die Drei-Tage-Prognose demnach in 85 Prozent aller Fälle mit den realen Verhältnissen überein, heute sind es 98 Prozent. Die Fünf-Tage- Vorhersage ist mittlerweile so gut wie vor einem Jahrzehnt die Prognose für drei Tage. »Das ist eine gewaltige Verbesserung«, sagt Florence Rabier. Das Problem: Die errechnete Treffsicherheit gibt in der Regel nur an, wie gut die vorhergesagten und die tatsächlichen Druckverhältnisse in der Atmosphäre übereinstimmen. Sie gilt nicht für die Bedingungen vor der eigenen Haustür, die davon gravierend abweichen können.
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