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Das Geheimnis der Unsterblichkeit
Die Hydra ist erstaunlich, denn der winzige Süßwasserpolyp ist potentiell unsterblich. Noch erstaunlicher: Das Gen, das für die Unsterblichkeit der Hydra verantwortlich ist, gibt es auch beim Menschen. Das haben Forscher der Christian-Albrecht-Universität in Kiel nun herausgefunden. Haben sie damit das Geheimnis des ewigen Lebens gelüftet?
Zellen, die sich ständig teilen, heißen Stammzellen. Je älter wir Menschen werden, umso weniger Stammzellen besitzen wir. Dadurch regeneriert sich unser Gewebe dann schlechter. Muskeln bauen ab.
Abgetrennte Körperteile werden neu gebildet
Anders bei der Hydra. Bei ihr sinkt die Anzahl aktiver Stammzellen nicht. Dadurch kann sie abgetrennte Körperteile innerhalb von drei Tagen neu bilden und altert nicht. Außerdem kann sie sich ungeschlechtlich durch Knospung vermehren. Das macht sie unsterblich. Deshalb sind Hydren interessante Studienobjekte für die Alterungsforschung.
Das Gen, das für die Unsterblichkeit der Hydra verantwortlich ist, heißt FoxO. Das hat die Forscher extrem erstaunt, wie Anna-Marei Böhm berichtet, die Erstautorin der Studie. Denn dieses Gen kommt in allen Tieren bis hin zum Menschen vor.
Veränderungen des Immunsystems im Alter
In genetischen Experimenten fanden die Forscher heraus, dass Hydren ohne FoxO weniger Stammzellen besitzen und langsamer wachsen. Gleichzeitig verändert sich auch ihr Immunsystem. Ähnliche drastische Veränderungen des Immunsystems sind auch bei Menschen im Alter bekannt.
„Mit großer Wahrscheinlichkeit ist FoxO ein entscheidender Faktor beim Altern – auch beim Menschen“, erklärt Professor Thomas Bosch, der Leiter der Hydra-Studie.
Hundertjährige haben eine Variante des Langlebigkeitsgens
Menschen, die über einhundert Jahre alt sind, haben häufig eine Variation des FoxO-Gens. Die Forscher glauben, dass die Aktivität von FoxO bei Menschen im Gegensatz zu Hydren im Laufe des Lebens sinkt. Bei Trägern der Variante aber weniger stark als bei Menschen, die das normale FoxO-Gen besitzen.
Das FoxO-Gen spielt also eine entscheidende Rolle beim Erhalt von Stammzellen und somit der individuellen Lebensspanne. Jetzt müssen die Forscher untersuchen wie genau das Langlebigkeitsgen funktioniert und welchen Einfluss die Umwelt auf FoxO hat. Wer weiß, vielleicht können wir irgendwann die Aktivität von FoxO auch im Alter hoch halten und so unser Leben verlängern.
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