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Doping
Mit Gen-Doping zur Goldmedaille
Sportler wollen siegen, um jeden Preis. Dafür begeben sie sich sogar in Lebensgefahr. Schleicht sich Gen-Doping aus den Forschungslabors in die Sportarenen ein?
Olympiade London 2012: Gen-Doping ist eine große Versuchung beim sportlichen Kampf um die Goldmedaillen
Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin hat eine Diskussion entfacht. Wie gefährdet sind Athleten durch eine besondere Art des Doping? Es funktioniert nicht über chemisch nachweisbare Aufputschmittel und Power-Pillen, sondern setzt bei den Genen an.
Die Veränderung der Gene zum Verändern von Körperleistungen ist bei Tierversuchen bereits Gang und Gäbe. So entsteht im Gen-Labor die so genannte Schwarzenegger-Maus. Bei dem vor Muskeln strotzenden Tier ist ein Gen außer Kraft gesetzt worden. Es steuert das Protein Myostatin, welches der Muskelmasse Grenzen setzt.
Gen-Doping steigert Leistungskraft von Mäusen um 14 Prozent
Das Verfahren zielt darauf ab, kranken Menschen mit Muskelschwund wieder zum Gehen zu verhelfen. Die langfristigen Gesundheitsfolgen sind aber noch nicht kalkulierbar. Der Eingriff könnte die gesamte Kommunikation der Körperzellen durcheinander bringen. Gerade bei Missbrauch durch Sportler wären Tumore, Schlaganfälle und Herzinfarkte zu befürchten.
Auch die Wissenschaftszeitschrift „Nature“ beschäftigt sich anlässlich der Olympiade in London mit dem Ein- und Ausschalten von Genen. Die mit den entsprechenden Mitteln behandelten Mäuse erreichten eine Leistungssteigerung von 14 Prozent. Das könnte bei den heutigen Wettkämpfen, bei denen es mittlerweile um 0,01 Sekunden geht, von siegesentscheidender Bedeutung sein.
Griff zur Goldmedaille, mit fatalen Folgen
Nature berichtet weiterhin über den Wirkstoff GW1516, entwickelt am Salk Institut in Südkalifornien. Das Präparat aktiviert ein Gen, das die Beweglichkeit von Muskeln und ihrer Fasern erhöht. Im Test steigerte es die Ausdauer von Mäusen um immerhin 70 Prozent.
Gen-Doping ist eine Guerillataktik, mit der sich etablierte Kontrollen unterlaufen lassen, allerdings mit höchsten Risiken für die Sportler. Die Versuchung, damit zur Goldmedaille zu greifen, so das Fazit der Sportwissenschaftler, könnte fatale Folgen haben.
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