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Psychologie & Gesundheit

Gehen oder bleiben? 10 Signale, die zeigen, wie es um die Liebe steht

Fast alle, die länger in einer festen Beziehung leben, kennen Phasen oder Momente, in denen scheinbar nichts mehr stimmt. Dann kommt die Trennungskarte auf den Tisch. Lässt sich erkennen, ob eine Beziehung wirklich am Ende ist - oder nur in einem Tief steckt, aus dem sie wieder herauskommen kann?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Zwar ist jede Beziehung anders – aber für alle gelten dieselben Alarmzeichen. Wer sie bei sich bemerkt, muss handeln
iStockphoto

Türen knallen, Tränen fließen. Einer schreit: "Ich verlasse dich!" Mit dem Nötigsten im Koffer ist der Partner weg. Und dann gibt es oft kein Zurück mehr. Jedes Jahr trennen sich in Deutschland fast 190.000 Ehepaare. Viele Psychologen betonen, die Bereitschaft, zurückzustecken und auch schwierige Zeiten miteinander durchzustehen, sei eben heute weniger stark ausgeprägt als früher. Doch für viele Paare geht dem endgültigen Schritt eine quälende Zeit der Unsicherheit und der Zweifel voraus: Ist die Beziehung wirklich unheilbar zerrüttet? Spricht nicht einiges fürs Bleiben? Wirft man die Flinte vielleicht tatsächlich zu schnell ins Korn? "Wenn eine Beziehung zu gut ist, um sie aufzugeben, und zu schlecht, um zu bleiben, dann befindet man sich in einer Beziehungsambivalenz", erklärt die USFamilien- und Ehetherapeutin Mira Kirshenbaum, die in Boston das Chestnut Hill Institute für Eheberatung leitet. Nicht leicht, dann aus diesem Patt herauszukommen und Klarheit zu gewinnen. Was aber hilft? Antworten fanden jetzt Paartherapeuten und Wissenschaftler. Denn nie zuvor haben sie so viele Untersuchungen über die Frage angestellt: Wie ticken glückliche Paare? Was zerstört die Liebe? Bei diesen Forschungen entstand ein langes Register von Kriterien, die stabile Partnerschaften auszeichnen, aber auch eine Liste gefährlicher Beziehungskiller. Aus diesem Katalog destillierten Ehe-Experten (für "Psychologie heute-Compact" 29) zehn Merkmale heraus, die anzeigen, ob eine Beziehung bereits in ein gefährliches Fahrwasser geraten ist.

1. Wo bleibt das Wir-Gefühl?

Wer ohne Absprache mit dem Partner weitreichende Entscheidungen trifft - z. B. über einen Schulwechsel der Kinder -, der dokumentiert damit: Das notwendige "Wir-Gefühl" ist nicht mehr gegeben. Ewige Streitereien, die Angst, vom anderen sowieso nicht gehört oder ernst genommen zu werden, können zwar ebenso zu solchen Heimlichkeiten geführt haben wie dominantes Auftreten und falsch verstandene Autorität bei einem der Partner. Doch um lebendig zu bleiben, braucht eine Beziehung die Auseinandersetzung um Fragen, die beide angehen – auch mit dem Risiko, dabei nicht auf Anhieb eine gemeinsame Lösung zu finden. Weiteres Alarmzeichen für einen Mangel an Solidarität: Versprechen, den Partner in seinem Alltag zu entlasten, werden einfach nicht eingelöst. Häufige Konfliktpunkte sind Haushalt, Geld, Auto und die Betreuung der Kinder. Erfährt hier einer der beiden, dass er regelmäßig zurückstehen muss, tritt ein Ungleichgewicht in der Partnerschaft ein - so entsteht eine Bruchstelle in der Beziehung.

2. Stehst du noch zu mir?

Loyalität ist eine der wichtigsten Säulen in einer Beziehung. Gemeint ist damit eine innere Verbundenheit, die über allen anderen sozialen Verpflichtungen steht. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Erst kommt der Partner, dann kommen die anderen. Illoyal verhält sich, wer nicht bereit ist, seinen Partner (oder die Beziehung) gegen Angriffe in Schutz zu nehmen. Auch wer kontinuierlich den Partner vor Dritten schlecht oder lächerlich macht oder dessen Geheimnisse ausplaudert, verhält sich illoyal. Aber Loyalität hat auch eine weitere Bedeutung, nämlich dem Partner treu (loyal) zu sein. Einen einzelnen Seitensprung kann eine Beziehung meistens überstehen. Studien zeigen, dass über 80 Prozent der untreuen Männer und Frauen trotz des Fremdgehens ihren Partner lieben. Ständige Untreue aber zermürbt die innere Verbundenheit. Wichtig: Loyalität in der Beziehung ist nicht zu verwechseln mit seelischer Abhängigkeit vom Partner - insofern steht sie nicht im Konflikt mit berechtigten Ansprüchen auf ein Eigenleben. Keiner muss oder sollte aus falsch verstandener Loyalität eigene Überzeugungen oder Interessen aufgeben.

3. Emotionale Erpressung

"Wenn der Partner seine Liebe und Zuneigung davon abhängig macht, dass man nach seiner Pfeife tanzt, dann will er den anderen gefügig machen", erklärt der Heidelberger Beziehungs-Coach Roland Kopp-Wichmann. "Emotionale Erpressung aber führt auf Dauer zum Tod einer Beziehung." Das Gleiche gilt, wenn man nicht mehr seine eigene Meinung vertreten kann, ohne dass der andere einen niederbügelt, beleidigt ist oder gar ausrastet. "Je stärker ein Partner in seiner Eigenständigkeit eingeengt wird, desto unaufhaltsamer wächst in ihm das Bedürfnis, seinen Käfig zu verlassen", weiß der Stuttgarter Tiefenpsychologe und Ehetherapeut Hans Jellouschek. In nicht seltenen Fällen steigern sich die emotionale Unterdrückung und Erpressung bis hin zur psychischen Gewalt. Sie gehört, wie Untersuchungen zeigen, zu den schlimmsten Beziehungskillern. Meist sind Frauen das Opfer, viele beschreiben die häusliche Gewalt als eine Form von "Gehirnwäsche", die sie von ihrem eigenen Empfinden entfremdet. Solch eine Partnerschaft macht Angst – und ist kein Ort zum Verweilen.

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Autor/in: Stephanie Sand

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