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Blick in die Zukunft

Die Welt im Jahr 2050

Wie werden unsere Erde und unsere Gesellschaft zur Jahrtausendmitte aussehen? Mit unterschiedlichen Methoden suchen Zukunftsforscher Antworten auf diese Frage. Hier die wichtigsten Ergebnisse.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Die Vorhersage der Zukunft gehört zu den schwierigsten Herausforderungen der Wissenschaft
iStockphoto

Die Vorhersage der Zukunft gehört zu den schwierigsten Herausforderungen der Wissenschaft. Aus der Vergangenheit gibt es Aufzeichnungen und Beweisstücke. Aus der Zukunft gibt es gar nichts. Im Alten Griechenland ging man zum Orakel von Delphi, um Auskunft zu erhalten. Eine Priesterin hockte über einer Erdspalte, aus der Gase strömten, die sie in Trance versetzten. Entsprechend vage waren ihre Prophezeiungen. Dem steinreichen König Krösus sagte sie, er werde ein großes Reich zerstören, wenn er die Grenze nach Persien überschreite. Sofort setzte Krösus seine Truppen in Bewegung - und wurde vernichtend geschlagen. Die Priesterin hatte versäumt klarzumachen, dass es Krösus’ Reich war, dessen Ende bevorstand. Heute arbeiten die Zukunftsforscher nicht mehr mit Narkosegasen, sondern mit hochkomplexen Methoden. Dazu gehören Computermodelle, Kondratjew-Zyklen, die Delphi-Technik und Cross-Impact-Analysen. Computermodelle für Zukunftsprognosen werden seit den 1960er Jahren angewendet. Damals hat man noch relativ wenige Daten gespeichert, hochgerechnet und miteinander in Beziehung gesetzt, um Szenarien beispielsweise für das Jahr 2000 zu entwickeln. In der Regel gibt es ein Worst-case-Szenario, in dem die schlimmsten Befürchtungen dargestellt werden, ein Best-case-Szenario, in dem eine optimale Entwicklung simuliert wird, und ein Trendszenario, das einfach alle Daten aus der Gegenwart weiterrechnet. Unterdessen betreiben die Forscher ein intensives Data Mining und sammeln Milliarden und Abermilliarden von Datensätzen aus der ganzen Welt, um die Zukunft vorherzusagen. Strukturen und Zusammenhänge in diesem Informations-Overkill können nur noch gigantische Superrechner erkennen. Und auch die finden nicht immer das richtige Ergebnis. Der Club of Rome prognostizierte 1972 eine Bevölkerungsexplosion auf 6,8 Mrd. Menschen bis zum Jahr 2000 (es waren „nur“ sechs Milliarden), globale Hungersnöte noch vor der Jahrtausendwende (gab es nicht) und das Ende der Menschheit im Jahr 2100 (sehr unwahrscheinlich).

 

Die Kondratjew-Zyklen wurden vor knapp hundert Jahren von dem russischen Wissenschaftler Nikolai Kondratjew entdeckt. Er fand heraus, dass sich die Wirtschaft nicht gleichförmig, sondern in 40 bis 50 Jahre langen Zyklen entwickelt. Es fängt immer mit einer grundlegenden technischen Umwälzung an, zum Beispiel mit der Entwicklung der Dampfmaschine um 1800. Große Summen werden in die neue Technik investiert, bis nach etwa 20 Jahren überall Dampfmaschinen stehen, wo Dampfmaschinen gebraucht werden. Dann lässt der Boom nach, ein neuer Zyklus entsteht. Wir befinden uns nach dieser Theorie zurzeit in einer Phase des Paradigmenwechsels von der Informationsgesellschaft (Computer, Globalisierung, Internet) zur Öko-Gesellschaft (Nachhaltigkeit, Gesundheit, Bio- und Medizintechnik).

 

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Autor/in: Michael Kneissler

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