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Intelligenz

Die Intelligenz-Mütze

Die Intelligenz-Mütze stimuliert elektrisch das Gehirn. Denken und Wissen werden quasi ausgeschaltet, plötzlich macht die Kreativität einen Sprung.

Proband mit der Intelligenz-Mütze: Das Unterdrücken der linken Gehirnhälfte macht kreativer
flickr_SMI

Im richtigen Moment immer eine Lösung parat haben: Allan Snyder von der Universität Sydney kommt diesem Traum ein Stück näher. Er entwickelt eine Intelligenz-Kappe. Elektroden und Schwämme liegen, in ein Mützchen integriert, auf der Kopfhaut auf und verleihen dem Probanden einen Kreativitätsschub.

Die Intelligenz-Kappe unterdrückt per Gleichstrom-Stimulation die Aktivität der linken Gehirnhälfte. Sie ist für kognitive Prozesse, also Denken und Wissensverarbeitung zuständig. Die elektrischen Impulse regen die rechte Gehirnhälfte an und fördern deren Kreativität.

Probanden lösen schwere Matheaufgaben

Wird dem Probanden mit der Intelligenz-Kappe auf seinem Kopf eine Mathematikaufgabe vorgelegt, muss sie kreativ gelöst werden, ohne Rückgriff auf die Erinnerung. Laut Snyder bekommt die Versuchsperson Zugang zu ungefilterten Informationen, die sonst nicht in ihrem Bewusstsein ankommen. Daraus ergibt sich ein völlig neuer Blickwinkel auf die Mathematikaufgabe und ihre Schwierigkeit. Der Proband blendet Vorurteile gegenüber der Rechenart systematisch aus.

Snyders Methode zeigte bei Testversuchen erste Erfolge. 40 Prozent der elektrisch stimulierten Personen konnten eine Matheaufgabe lösen, während alle nicht behandelten Probanden daran scheiterten.

Rätsel Gehirn: Warum nimmt bei Unfallopfern die Kreativität zu?

Die Intelligenz-Kappe ist der Wissenschaft nicht neu. Bereits seit 10 Jahren wird sie für Untersuchungen eingesetzt. Erst jetzt wurde sie zur Intelligenzförderung eingesetzt. Die ist nicht unumstritten. Die Methode sei nicht auf den Alltag übertragbar, kritisieren Neurologen.

Sie können allerdings bisher nicht folgendes entkräften: Auf das Phänomen der Intelligenzsteigerung stießen Wissenschaftler bereits vor Jahrzehnten bei Unfallopfern. Nachdem deren linke Gehirnhälfte geschädigt worden war, stieg die kreative Leistung merklich an.

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Autor/in: Johanna Pfingstl
11.09.2012


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