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Energiesparhaus
Das erste Hochhaus aus Holz
Die Architekten der Welt blicken zum österreichischen Dornbirn: Die Stadt ist Heimat des ersten Hochhauses aus Holz. Mit seinen acht Geschossen ist der Büroturm ein Vorreiter der Holzbauweise und könnte Vorbild für den deutschen Städtebau werden.
Etwa 15 Prozent der Neubauten in Deutschland werden aus Holz gefertigt. Meist sind dies kleine Gebäude wie freistehende Einfamilienhäuser. Das Bauen mit Holz ist beliebt, weil es nachhaltig und energiesparend ist.
Paradoxe Bestimmungen
An Hochhäusern aus Holz ist die Bauindustrie bisher jedoch gescheitert. Das liegt nicht etwa an fehlendem Können, sondern an den Bauvorschriften. Denn zum Schutz der Bewohner wird in der Brandschutzverordnung die Anzahl der Minuten berechnet, die das Baumaterial braucht, bis es Feuer fängt. Und da Holzbauten im Gegensatz zu Betonwänden brennbar sind, genehmigen Städte nur Holzhäuser bis zu einer Höhe von fünf Stockwerken. Dann haben auch die Bewohner im obersten Geschoss genügend Zeit, das Haus zu verlassen, bevor das Holz zu brennen beginnt.
Paradoxerweise halten in der Praxis Holzbalken aber einem Brand länger stand als Stahlträger, die in der Hitze schmelzen und brechen.
Beton schneidet schlecht ab
Dabei ist die Energiebilanz der herkömmliche Bauweise mit Beton erschreckend. Sie verbraucht 40 Prozent der Ressourcen und Energie weltweit und verursacht dabei 40 Prozent des CO2-Ausstoßes. Denn bei der Herstellung von zehn Kilogramm Beton werden bis zu neun Kilogramm Treibhausgase produziert. Ist ein Gebäude fertiggestellt, emittiert es über die Beheizung ebenfalls CO2. Bei einem achtstöckigem, konventionellem Hochhaus beträgt es während seiner Lebensdauer über 10.000 Tonnen.
Die Mischung aus Beton und Holz macht´s
Das Architekturbüro Hermann Kaufmann hat im österreichischen Dornbirn nun ein Holz-Hochhaus realisiert: den LifeCycle Tower One. Ganz ohne Beton kommt das Energiesparhaus aber leider nicht aus - wegen den Brandschutzbestimmungen. Der Trick, der den Hochbau aus Holz ermöglicht: eine Holz-Beton-Verbundrippendecke. Sie erfüllt die Voschriften und durch die nicht brennbare Schicht sind die Geschosse voneinander getrennt. Die Holzbalken der Decke liegen in einer Schalung aus Stahl, die Abstände dazwischen werden mit Beton ausgegossen.
Die einzelnen Bauteile werden vorgefertigt und vor Ort nur noch zusammengesteckt. Dadurch beschleunigt sich der Bauablauf immens und es entsteht fast kein Abfall an der Baustelle.
Holz ist der Baustoff der Zukunft
Die Vorteile des Holzbaus sind überwältigend: neben einer verbesserten Klimabilanz hat das Gebäude trotz geringem Gewicht eine hohe Festigkeit, isoliert Wärme, dämmt Lärm und ist größtenteils recyclebar.
Die Herstellung und Verbauung der Holzteile setzt nur halb so viel CO2 frei wie bei herkömmlicher Betonbauweise. Und der Treibhausgas-Ausstoß des fertigen Gebäudes beträgt nur etwa ein Zehntel, denn die Wärmedämmung von Holz spart Heizenergie.
Zudem werden an das Rohmaterial keine hohen Ansprüche gestellt, durchschnittliches Holz genügt. So würde ein Drittel der jährlichen Holzernte in Deutschland ausreichen, um alle Neubauten aus Holz zu errichten. Der Bedarf kann leicht gedeckt werden, weil trotz steigender Nachfrage immer noch mehr Holz nachwächst, als geerntet wird.
Das österreichische Architekturbüro hat bereits zahlreiche Preise für seine Holzbauten erhalten. Jetzt wollen Hermann Kaufmann und sein Team einen Schritt weiter gehen: Sie planen ein Holzhaus mit 20 Geschossen, das weltweit höchste seiner Art.
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