Die Philosophen sind wie Zahnärzte, die Löcher aufbohren, ohne sie füllen zu können.
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Cäsar und Augustus
Deutschland 1913: Der letzte Sommer im Frieden
Brief, Telefon & Co: Als die Wörter fliegen lernten
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Wie gefährlich sind die Geheimbünde von heute?
Wo finde ich meinen Genpartner?
Gibt es noch Länder ohne Internet?
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Michelle Williams
Auf Augenhöhe mit Marilyn
Schon als Kind erlag sie dem Sog Hollywoods. Nach dem plötzlichen Tod ihres Partners Heath Ledger hätte Michelle Williams das Filmgeschäft beinahe an den Nagel gehängt. Jetzt begeistert sie die Kritiker in der Rolle der Marilyn Monroe, die ihr den Lebensmut zurückgab.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Es war eine dieser ewig warmen Nächte in Los Angeles, als sich vier Freunde über den Innenhof einer billigen Appartementanlage zum verschlossenen Tor schlichen und hinüberkletterten. Sie flüsterten und kicherten, sie waren jung, 16, 17 Jahre alt, und sie hatten nichts Schlimmes vor, es war nur nicht richtig erlaubt. Nach einem langen, etwas mühsamen Fußmarsch über die Hügel gelangten sie schließlich ans Ziel, den großen Hollywood-Schriftzug über der Stadt, den jeder kennt. Und ja, die Buchstaben hatten auf der Rückseite tatsächlich Leitern, wie man ihnen erzählt hatte. Was man ihnen nicht erzählt hatte, war, dass auf fast jeder Sprosse Unterwäsche lag – und die Freunde mussten noch mehr kichern, als sie sich die Liebespaare vorstellten, die sie dort vergessen hatten. Ein Mädchen der vier kletterte die Leiter hinter dem ersten O hoch und sah lange durch den Buchstaben auf die funkelnden Sterne, die Lichter der Stadt und den dünnen Nebel aus Smog und Staub, der immer über Los Angeles liegt. Das Mädchen war damals 16 und wohnte seit einem Jahr in der billigen Appartementanlage. Sie war aus San Diego gekommen und wollte Schauspielerin werden. Wie es hier alle werden wollen. Oder es eigentlich schon sind. Der Tankwart, der auf seine Entdeckung wartet, und die Kellnerin, die sich schon 37-mal für einen Werbespot beworben hat und nie genommen wird. Auch das Mädchen, das damals durch das O in die Stadt träumte, hatte sich schon oft ein "sorry" oder "no" eingefangen.
"Ich war entweder zu jung, nicht hübsch genug, zu hübsch oder sonst was, jedenfalls war es sehr schwer", sagt sie heute. Und: "Ich weiß auch nicht, warum ich weitergemacht habe, und auch nicht, warum meine Eltern die Geduld hatten. Wir haben nur gesagt: weitermachen!" Das blonde Mädchen, das damals mit seinen 16 Jahren noch ein Gesicht wie ein Apfel hatte, mit dem es jede Kinderrolle hätte spielen können, wird 15 Jahre später in der Stadt, auf die es nachts starrte, für den Oscar nominiert werden – nachdem es schon den Golden Globe als beste Schauspielerin eingesammelt hat. Und sie bekommt diese Ehrungen für eine Rolle, in der sie einen anderen Kinomythos wieder zum Leben erweckt hat, der diese Stadt einmal von innen glamourös, aber auch tragisch erleuchtete: Marilyn Monroe. Das Mädchen, das die Monroe spielt, heißt Michelle Williams. Es hat Gründe, warum das Leben Marilyn Monroes bis dahin noch kein großer Kinostoff war. Es gab ein paar TV-Biografien, Lebensgeschichten der Norma Jean, die sich dann Marilyn Monroe nannte. Alles wacker gespielt von Schauspielerinnen, aber immer gehemmt oder falsch temperiert. Mal zu sexy, mal zu dumm und meistens zu billig. Man spürte das schlechte Gewissen Hollywoods, der Monroe nie nahegekommen zu sein, und man spürte die Unsicherheit, in ihrem Andenken nicht gepflegt zu spazieren, sondern herumzutrampeln. Doch dann, 2010, gab es auf einmal ein Drehbuch, "My Week with Marilyn", die Geschichte eines Regieassistenten, der 1956 Marilyn Monroe bei den Dreharbeiten zu "Der Prinz und die Tänzerin" betreute und abseits der Kamera eine kurze Affäre mit ihr hatte. Das Drehbuch schildert nur diese wenigen Wochen in England, es ist ein kleiner, aber umso intensiverer Ausschnitt aus dem Leben der Monroe, die sich als ernst zu nehmende Schauspielerin zeigen wollte, während die Engländer ihren Film nur mit der Sexbombe aus den USA zu garnieren gedachten. Das Drehbuch war atemberaubend, und in England stand mit Judi Dench, Kenneth Branagh und Emma Watson eine große Besetzung bereit. Nur: Wer sollte Marilyn Monroe spielen? Es heißt, Regisseur Simon Curtis habe in einem Kino einen kleinen Film mit Michelle Williams gesehen.
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