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Geschichte & Politik

Woher kommt "Stein und Bein schwören"?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Ist ein Schwur wirklich ernst gemeint, legt ein US-Amerikaner heute die Hand auf die Bibel – bei den alten Germanen kamen die Finger auf einen heiligen Stein.

Unsere fernen Vorfahren schworen also »auf Stein«. Den feierlichen Brauch übernahmen die ersten Christen in Germanien auf ihre Weise. Ganz besonders wichtige Eide wurden in der Kirche abgelegt. Dabei kam die Schwurhand auf den Altar. Der bestand in der Regel aus Stein und unter ihm waren Reliquien bestattet – die Gebeine von Heiligen und Märtyrern. So entstand die Redensart »Stein und Bein schwören«, schriftlich belegt zum ersten Mal im 16. Jahrhundert. Klingt einleuchtend, oder? Doch manche Sprachforscher zweifeln. Schließlich lautet der Spruch ja nicht, wie man erwarten würde »Auf Stein und Bein schwören.«

Statt alter Rechtsbräuche, deren Ursprünge sich in fernsten germanischen Zeiten verlieren, bemühen die skeptischen Sprachforscher daher eine simplere Erklärung: Stein und Bein reime sich halt besonders schön. So findet sich tatsächlich bereits im 13. Jahrhundert der Vers: »Die Zunge hat kein Bein (keinen Knochen), und bricht doch Stein und Bein«. Vermutung der Wissenschaftler: Die sprachliche Kombination der zwei harten Materialien symbolisiert Festigkeit, und ein Stein-und-Bein-Schwur ist einfach besonders haltbar.

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