Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muß ihm entgegenkommen.
Kultur & Gesellschaft
Wo sind die Kultorte der Liebe?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Es gibt Orte, an denen sich die Liebe wunderbar entfalten kann, das ist kein Zufall. Wir stellen die schönsten Reiseziele für Liebespaare vor!
Aneinandergeschmiegt in den rotsamtenen Polstern der eleganten Gondel – und die untergehende Sonne taucht den Himmel über der Lagune in rosarotes Licht ... Ohne Zweifel, die Stadt mit dem größten Romantikpotenzial weltweit ist Venedig. Kein Wunder, dass es in den USA und Japan längst Venedig-Kopien gibt!
Diese Kulissenstädte sind zwar stabiler als das Original, das in den trüben Wassern zu versinken droht – doch die unvergleichliche Patina, die morbide Sinnlichkeit, die so wunderbar prickelnd unter die Haut geht, strahlt natürlich nur das echte Venedig aus: verwunschene Paläste, um die sich seltsame Geschichten ranken, dämmrige Gassen, stille Höfe und dunkle Seitenkanäle, die sich plötzlich öffnen und den Blick wieder freigeben auf die strahlend schöne „Serenissima“ – die „allerdurchlauchtigste“, die „erhabenste“ Stadt der Meere.
Weder Menschenmassen noch der satte Preis für die Gondelfahrt (ca. 70 Euro für 50 Minuten) haben diesem romantischen Flair etwas anhaben können. Für ein paar Euro mehr lässt sich der Gondoliere auch dazu hinreißen, eine herzerweichende Barcarole anzustimmen ... spätestens dann sind Sie reif für den Heiratsantrag.
IAT Venezia, Castello, 4421, 30122 Venezia, Tel.: 0039 041 – 5298711
Spoofer’s Stone. Der Stein der Liebesbotschaften
Wie der „Spoofer“ zu seinem Namen kam, ist nicht bekannt – Tatsache ist, dass der dicke Findling auf dem Campus der Universität Arkansas (USA) bis heute ein Treffpunkt für Verliebte ist. Der „Spoofer’s Stone“ diente als Depot für kleine Liebesbotschaften, als der direkte Kontakt zwischen den Geschlechtern auf dem Unigelände noch strengstens verboten war: Erst schlenderte eine Studentin herbei, setzte sich auf den Stein und ließ unauffällig ein Zettelchen in einer Spalte des Felsens verschwinden.
Sobald sie weg war, tauchte ihr Verehrer, der die Szene aus der Ferne schon ungeduldig verfolgt hatte, auf, um das Briefchen wieder hervorzufischen. Und so ist es bis heute geblieben. Noch immer ist Spoofer’s Stone Zeuge von Liebesschwüren und Heiratsanträgen. Und er bleibt verschwiegen!
Erste Adresse für Liebende: Via Cappello 23
Wem bei der Geschichte von Romeo und Julia nicht die Tränen kommen, der hat kein Herz: Die Tragödie des jungen Liebespaars, das seine Liebe wegen einer erbitterten Familienfehde verstecken muss und am Ende in den Tod geht, ist heute noch genauso bewegend wie vor 400 Jahren, als Shakespeare sie erfunden hat. Kein Wunder, dass sich die „Casa di Giulietta“, Julias angebliches Elternhaus, zum Mekka für beinharte Romantiker entwickelt hat: Händchen haltend stehen Liebespaare aus aller Welt versonnen vor dem Bau in der Via Cappello 23.
Das I-Tüpfelchen dieses Hauses ist natürlich der Balkon, unter dem der verliebte Romeo sehnsüchtig auf Julia gewartet haben soll. Der wurde der Fassade zwar erst 1935 hinzugefügt – trotzdem ist es für alle Neuzeit-Julias Pflicht, von dort aus ihrem Romeo zuzuwinken. Die Mauern, die zum Innenhof führen, sind bedeckt von den Unterschriften tausender Liebespaare, die gekommen sind, um die rechte Brust der Julia-Statue im Hof zu streicheln – das verspricht nämlich höchste Liebesfreuden, sagt man in Verona.
Ein paar Straßen weiter, in der Via delle Arche Scaligere, befindet sich das Haus der Montagues, in dem Romeo auf-gewachsen sein soll. Mit einem Besuch in der Krypta des ehemaligen Klosters S. Francesco al Corso endet die Liebeswallfahrt; hier befindet sich der Überlieferung nach Julias Grab. Einsame Herzen hinterlassen in der (leeren) Gruft kleine Sehnsuchtsbotschaften – an die Traumliebe, die hoffentlich irgendwo auf diesem Planeten auf sie wartet.
Fremdenverkehrsamt für Verona: IAT Verona, Piazza XXV Aprile, c/o Stazione FFSS, 37138 Verona,Tel.: 0039 (0)41 – 5298711
Nirgends sind die Bande der Liebe fester als hier
Treffpunkt dritte Laterne stadteinwärts: Der Ponte Milvio in Rom, eine altehrwürdige Tiberbrücke, avancierte im vergangenen Jahr zum Liebeskultort Nummer eins. Vorbild war das Liebespaar in einem Bestseller-roman des Autors Federico Moccia, der auch verfilmt wurde. In der Folge trafen sich hier hunderte Liebespaare, um eine Kette mit Vorhängeschloss um die besagte Laterne zu schlingen, sich den ewigen Treueschwur zuzuflüstern und den Schlüssel zum Schloss als Liebespfand im Fluss zu versenken.
Leider wurde der Brauch von der Vergänglichkeit des Materials eingeholt: Im April wäre der Laternenpfahl unter der Last der Eisenschlösser und –ketten fast zusammengebrochen: Die Liebesbeweise wurden entfernt, auf Weisung des Bürgermeisters jedoch nicht vernichtet, sondern an einen anderen Ort geschafft – schließlich hat man in der Ewigen Stadt ein Herz für Amore. Den Ponte Milvio samt Laterne und Tibergeplätscher gibt es jetzt ersatzweise im Internet; hier darf jeder sein virtuelles Schloss samt Liebesbotschaft befestigen; die Einsturzgefahr ist gebannt.
Wem das zu abstrakt ist, der muss nach Ungarn oder China fahren: Auch dort kennt man die Eisenschlösser als Liebessymbol. In China heißen die „Herzschlösser“ Lianxinsuo – man findet sie auf der „Schloss-Insel“ im Qiandaohu („See der tausend Inseln“). Derselbe Brauch wird im ungarischen Pécs in der Janus-Pannonius-Straße gepflegt. Pécs ist im Jahr 2010 übrigens Kulturhauptstadt Europas, zusammen mit Essen und Istanbul.
www.lucchettipontemilvio.com – die römische Liebesbrücke im Internet
Ein Kuss unter der Brücke – und die Liebe hält ewig
Dass Paris die Stadt der Liebenden ist, bedarf weiter keiner Erklärung – aber die Seine-Metropole hat über ihren romantischen Reiz hinaus noch einen ganz speziellen Liebestrumpf zu bieten: Liebespaare sollten unbedingt eine Bootsfahrt auf der Seine einplanen. Küsst man sich nämlich in dem Moment, in dem man den Pont Neuf passiert, soll die Liebe ewig halten.
Ein Denkmal für die große Liebe. „Rick’s Cafe“ in Casablanca
Ein Phänomen: „Rick’s Cafe“ in Casablanca war schon lange Kult, bevor es überhaupt existierte – dank des Kino-Klassikers „Casablanca“ mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, den man auch heute noch nur mit einer Klinikpackung Tempo-Taschentüchern neben sich sehen kann: so viel Edelmut! So viel Liebe – eine Liebe, die im Verzicht zu unendlicher Größe erblüht ... ach Gott, was haben wir da schon geheult! – So eindringlich war dieses traurig-schöne Drama, dass sein Schauplatz, »Rick´s Cafe«, in der Vorstellung von Generationen mitfühlender Kinogänger zu einem real existierenden Cafe wurde.
Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass es sich eines Tages tatsächlich manifestieren würde. Und eben dies geschah im März 2004, seitdem gibt es in Casablanca wirklich und wahrhaftig ein echtes „Rick’s Cafe“. Mehr als 60 Jahre nach „Casablanca“ ließ die amerikanische Ex-Diplomatin Kathy Kriger den Filmschauplatz originalgetreu nachbauen.
Unnötig zu erwähnen, dass die zwei Pianisten des Hauses eine ebenso ergreifende Version von „As Time Goes By“ zu spielen wissen wie weiland ihr Filmkollege Sam. – Ein ungewöhnlicher Ort, weil sich hier – anders als sonst – die Geschichte einer Liebe nachträglich ihren eigenen Schauplatz erbaut und davon Beseitz ergriffen hat.
Rick’s Cafe, 248, Bd Sour Jidid. Place du Jardin Public,
Casablanca, Marokko, Tel. : 00212 – (0) 2227 – 42 07/08, www.rickscafe.ma
Trost und Beistand für unglücklich Verliebte
Viele Sagen ranken sich um den Druidenstein bei Herkersdorf im Westerwald, einem fast 20 Meter hohen Basaltkegel. Der Druidenstein war wohl eine keltische und nachfolgend germanische Kultstätte, und aus jenen Zeiten stammt auch die herzzerreißende Geschichte von der schönen Herke: Die junge Druidin, wegen ihrer edlen Abstammung zur Priesterin auserwählt, bezahlte die Liebe ihres Lebens mit dem Tod; sie wurde auf dem Druidenstein geopfert, weil sie das Gelübde der Keuschheit gebrochen hatte – aus Liebe. So wurde Herke zur Beschützerin der unglücklich Verliebten, denen sie in Vollmondnächten mit sanfter Stimme tröstende Worte zuflüstert.












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