Keiner ist so dumm, dass er sich nicht hin und wieder dumm stellte.
Natur & Reise
Wo schwimmt die Viagra-Qualle?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »
Eine australische Qualle löst Langzeiterektionen aus – allerdings nicht ohne Nebenwirkungen.
Die »Viagra-Qualle« lebt auf der anderen Seite des Globus in den Gewässern Australiens – genauer gesagt: im Umkreis der Whitsunday Inseln. Dieses unscheinbare kleine Qualle kann bei Männern eine Langzeiterektion auslösen! Nicht, weil es so sexy wäre, sondern weil die Qualle über ihre Tentakel ein hochwirksames Gift ausschleudert. Doch wer jetzt denkt, er könnte einfach nach Australien fahren und sich eine Qualle fangen, sollte wissen: Zwar tritt die Supererektion nach dem Quallenkontakt prompt ein, doch die Nebenwirkungen sind tödlich! Denn die Qualle ist eine sehr seltene Unterart der Irukandji-Quallen.
Wie wurde die Viagra-Qualle entdeckt?
Entdeckt wurde sie durch die Wissenschaftlerin und Quallenspezialistin Lisa-Ann Gershwin von der James Cook Universität in Queensland. Bisher hat die Biologin noch keinen Namen für das Tier, überlegt aber, es »Priapismus« zu nennen, der medizinische Fachausdruck für eine schmerzhafte Langzeiterektion. Eine Qualle in einem australischen Gewässern ist für Mensch und Tier eine tödliche Gefahr.
Wie gefährlich ist die Viagra-Qualle?
Jedes Jahr, so vermuten Forscher, ertrinkt eine noch nicht bezifferte Zahl von Urlaubern durch den Kontakt mit giftigen Irukandji-Quallen, der zu Herz- und Atemlähmungen führt. Außerdem werden bis zu hundert Urlauber pro Jahr ärztlich behandelt, die unter dem so genannten Irukandji-Syndrom leiden. Dabei bekommen die Betroffenen heftigste Krämpfe, Übelkeit, Fieber, Panikattacken und lebensbedrohlichen Bluthochdruck.
Die gefährlichste unter den Mini-Quallen, die Carukia Barnesi (eine Unterart der Irukandji-Qualle) ist im Wasser so gut wie unsichtbar, weil sie nur fünf bis zehn Millimeter groß ist. Selbst die Netze, die die Strände der nördlichen Küste Australiens zwischen Oktober und Mai vor den Quallen schützen sollen, sind nicht eng genug, um diese tödliche Qualle von den Badenden fernzuhalten. Empfohlen wird deshalb das Schwimmen mit Neoprenanzug. Die hochgiftigen Irukandji-Quallen sind bislang wenig erforscht, Wissenschaftler versuchen seit langem, ein Gegengift zu entwickeln, bislang ohne Erfolg. Ob man aus dem Gift der Viagra-Qualle jemals ein Potenzmittel herstellen kann, bleibt ungewiss.











