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Politik & Geschichte

Wo kommt die Baskenmütze her?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Der "Franzosendeckel" - auf Französisch "le béret" - wurde gerne von Künstlern und Intellektuellen getragen
iStockphoto

Sie gehört zu Frankreich wie die Baguette, die Straßencafés und der Rotwein: Die Baskenmütze hat eine lange Tradition und wurde bereits im 13. Jahrhundert im Südwesten des Landes getragen. Ihren Namen verdankt sie allerdings einem Irrtum höchsten Rangs: Frankreichs Kaiser Napoleon III. reiste im 19. Jahrhundert mit seiner Gattin ins Baskenland. Er war begeistert von den flachen, praktischen Kopfbedeckungen, die er dort auf den Straßen sah. Also nannte er sie kurzerhand „béret basque“ – Baskenmütze. Dabei stammt sie eigentlich aus dem benachbarten Landstrich Béarn, wo sich Schäfer mit den Wollkappen vor Wind und Wetter schützten. Da sich niemand traute, dem Kaiser zu widersprechen, hält sich diese Bezeichnung bis heute hartnäckig.

Schon vor Napoléon III, während der Französischen Revolution, hatte die Baskenmütze ihren Weg von der Provinz in die Modestadt Paris gefunden. Aufgrund der großen landesweiten Nachfrage wurde sie ab 1840 bereits in Fabriken gefertigt. In den 1940er-Jahren, während der deutschen Besatzung in Elsass-Lothringen, avancierte sie sogar zum politischen Symbol. Die Franzosenmütze wurde als Zeichen des Widerstands getragen und deshalb verboten. Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts trat die Baskenmütze ihren Siegeszug um die Welt an. Vor allem Künstler und Intellektuelle trugen gern den „Franzosendeckel“, der für Unabhängigkeit und Unangepasstheit stand. Heute ist die Nippelmütze vor allem ein modisches Accessoire und in allen erdenklichen Varianten erhältlich – aus Samt, Cord, mit Pailletten bestickt oder aus edler Kaschmirwolle. Schade aber, dass aktuell nur noch eine französische Firma, Blancq-Olibet in Baudreix, original Baskenmützen produziert. Das Gros der Kopfbedeckungen stammt mittlerweile aus Asien.

 

P.M. Fragen & Antworten 06/2012

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)
Autor/in: Thomas Müller

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