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Wissenschaft & Technik

Wo ist der Tidenhub am größten?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Ebbe und Flut sind von der Stellung des Mondes und der Sonne zur Erde abhängig. Die Tidenkurve, also der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, ändert sich in einer von den Mondphasen abhängigen Periode: Der Zeitabstand zweier aufeinander folgender Hochwasser beträgt rund zwölf Stunden und 15 Minuten.

In Europa ist der Tidenhub vor allem bei St. Malo (Atlantikküste) in Frankreich oder in der Severn-Mündung und im Bristol-Channel zwischen Wales und England am höchsten, dort kann er bis zu zwölf Meter erreichen.

Ein Ort des Staunens ist der Fundy National Park bei Alma in New Brunswick/Kanada: Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut, den man als Tidenhub bezeichnet, ist hier weltweit am größten. Während die Differenz zwischen Ebbe und Flut in der westlichen Ostsee nur etwa 30 Zentimeter beträgt und an der Nordsee rund drei Meter, erreicht sie hier an der kanadischen Atlantikküste 16 Meter bei Normalhochwasser und bis zu 21 Meter bei Springflut.

Dieser enorme Unterschied kommt vor allem durch den „Badewanneneffekt“ (auch: das Resonanzphänomen) zustande: Das Ebbewasser läuft aus der Bucht, während das Flutwasser bereits hereindrückt. Dadurch schaukelt sich das Wasser immer höher auf. Den Tidenhub nutzt sogar ein Gezeitenkraftwerk bei Annapolis Royal – mit immerhin 18 Megawatt Leistung. Am Strand von Alma kann man bei Ebbe fast 1200 Meter in Richtung Meer laufen und dann ein paar Stunden später mit dem Kajak die Strecke wieder zurückpaddeln – bevor 100 Milliarden Tonnen Wasser zurückpreschen und das laute „Brüllen“ (die Kanadier nennen es „die Stimme des Mondes“) erzeugen.

 

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