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Wissenschaft & Technik

Wie groß ist ein Quantensprung?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wird gerne als Ausdruck für großen Fortschritt gewählt, bedeutet aber das genaue Gegenteil: der Quantensprung
iStockphoto

Wenn Journalisten, Politiker oder andere Berufsredner und -schreiber nach Ausdrücken suchen, um einen großen Fortschritt oder eine gewaltige Leistung zu umschreiben, wählen sie gerne den Quantensprung als Metapher. Dieser aus der Quantenphysik entlehnte Begriff klingt zwar beeindruckend, beschreibt aber eigentlich das genaue Gegenteil dessen, was umgangssprachlich darunter verstanden wird, nämlich den kleinsten denkbaren Sprung. Denn in der Physik ist ein Quantensprung sehr grob gesagt ein auf atomarer Ebene stattfindender, nur indirekt nachweisbarer und extrem schnell ablaufender Übergang eines Teilchen-Systems von einem quantenmechanischen Zustand in einen anderen.

Dieser durch den Quantensprung erreichte neue Zustand ist meistens nicht sehr stabil, weshalb das System oft binnen kurzer Zeit wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückspringt. Schon im Jahr 1900 veröffentliche der deutsche Physiker Max Planck seine Quantenhypothese, um verschiedene Phänomene zu erklären, bei denen die klassische Physik als Erklärungsmodell versagte, und legte damit den Grundstein für die heutige Quantenphysik. Der Begriff Quantensprung entwickelte sich in den 1920er-Jahren. Obwohl er in der Umgangssprache voll etabliert ist, wird der Begriff in der wissenschaftlichen Fachsprache paradoxerweise kaum noch benutzt. Bevorzugt wird dort stattdessen der eher unspektakuläre Ausdruck „Übergang“.

 

P.M. Fragen & Antworten 08/2013

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (13 Bewertungen)
Autor/in: Kristian Flohr

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