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Kultur & Gesellschaft

Wie alt können wir werden?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Im Vergleich zu vor hundert Jahren haben wir jeden Tag sechs Stunden mehr Lebenszeit
iStockphoto

Im Büro von Professor Dr. James Vaupel hängt eine seltsame Uhr. Sie geht rückwärts, und die erste Viertelstunde ist farbig markiert. "So viel Lebenszeit wird uns jede Stunde geschenkt", sagt der Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock. Im Vergleich zu vor hundert Jahren haben wir jeden Tag sechs Stunden mehr Lebenszeit. Tatsächlich hat sich die Lebenserwartung innerhalb eines Jahrhunderts fast verdoppelt, das durchschnittliche Alter steigt kontinuierlich. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Vaupel ist davon überzeugt, "dass es überhaupt keine biologische Grenze gibt".

 

Bislang galten 120 Jahre als maximale, genetisch vorbestimmte Lebenszeit, doch jüngste Zwillingsstudien zeigen, dass die Chance auf ein langes Leben nur zu etwa 25 Prozent durch die genetische Ausstattung eines Menschen beeinflusst ist. Ausschlaggebend für den stetigen Anstieg der Lebenserwartung sind nach Ansicht des Forschers "eine bessere Ernährung, Fortschritte in der Medizin und in der Gesundheitsversorgung". Deshalb, so Vaupel, werden wir nicht nur immer älter, sondern bleiben dabei die meiste Zeit gesund. "Zum Lebensende hin sind wir heute längst nicht mehr so gebrechlich wie früher. In Zukunft wird das noch ausgeprägter sein." Ob wir allerdings in 100 Jahren auch sechs Stunden täglich mehr haben als heute, wagt kein Wissenschaftler zu prognostizieren.

 

P.M. Fragen & Antworten 10/2012

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Autor/in: Stephanie Sand

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