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Kultur & Gesellschaft
Was wird in Königshäusern gekocht?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Alles ist wie zu Henrys Zeiten. In der Küche von Hampton Court Palace sind Archäologen am Werk. Um sich in die passende Stimmung zu versetzen, tragen sie das Outfit von Köchen des 16. Jahrhunderts.
Traditionelle britische Küche ist ja an sich schon ein Fall für sich. Es gibt aber noch eine Steigerung: In Hampton Court Palace, einem Königsschloss südwestlich von London, sind Speisearchäologen am Werk, welche die Esskultur zu Zeiten Heinrichs VIII. (König von 1509 bis 1547) rekonstruieren wollen.
Der beleibte Monarch ist nämlich nicht nur als "Blaubart" bekannt geworden, sondern auch als Genussmensch mit besonderen Speisevorlieben. Für die etwas spleenige Disziplin wird das Feuer mit einem Feuerstein entzündet, die Töpfe und das Küchengeschirr sind original oder nach Vorlagen angefertigt. Sogar die Kleidung der zehn Männer in der Küche sieht aus wie damals.
Auf dem Speiseplan stehen Gerichte wie Huhn mit Safrankruste, geschmorter Hirschnacken in Brühe, Püree aus weißen Erbsen mit Zucker und „falsche Äpfel“ – mit Petersiliensaft grün eingefärbte Fleischbällchen. Lauter Lieblingsgerichte von Henry, der das Ganze mit gebuttertem Bier hinunterspülte.
Zuschauen darf man, selber zulangen nicht – die Forscher essen alles selbst, im Dienste der Wissenschaft. Übrigens wirtschaften sie nur in einem kleinen Bereich der königlichen Küche. Die bestand zu Zeiten von Heinrich VIII. aus 55 Räumen. 200 Köche arbeiteten hier, wenn Henry Hof hielt. Bis zu 8200 Schafe, 2300 Stück Wild, 1870 Hausschweine, 1240 Ochsen, 760 Kälber und 53 Wildschweine kamen auf die Tische – innerhalb eines Jahres.












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