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Wissenschaft & Technik

Was unterscheidet Sommer- und Winterreifen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Bei Tempo 40 braucht das Auto mit Sommerreifen auf verschneiter Fahrbahn 30 Meter, bis es steht. Mit Winterreifen verringert sich der Bremsweg auf 18 Meter. „Es bleibt der Fantasie überlassen, was mit Personen oder Sachen auf den zwölf Metern Differenz bei einer Notsituation geschieht“, so Rennfahrer Hans-Joachim Stuck. Winterreifen müssen also sein. Doch wie schaffen sie es, den Bremsweg so zu verkürzen?

Sommerreifen werden schon ab sieben Grad Celsius härter und verlieren dadurch an Griffigkeit. Weil ihm viel mehr Naturkautschuk beigemischt ist, bleibt dagegen der Winterreifen auch bei sehr tiefen Temperaturen sehr elastisch.

Die Rillen im Profil sind bei Winterreifen außerdem breiter und tiefer als beim Sommerreifen. Und die Profilblöcke sind eingeschnitten. Beim Bremsen verbiegen sich diese Einschnitte (Lamellen) unter dem Druck. Die Kanten der Einschnitte stellen sich auf. Dadurch bieten sie dem Schnee Widerstand. Ideengeber für viele neue Profilformen ist übrigens die Natur: Vorbilder sind das Wabenmuster der Bienen oder die Fußsohlen von Fröschen.

Spezielle Winterreifen gibt es erst seit den 1950er Jahren. Lange Zeit waren sie bei Autofans verpönt. Sie galten als zu holprig, und man durfte höchstens Tempo 140 mit ihnen fahren. Das ist heute kein Argument mehr: „Moderne Reifen erlauben 240 Stundenkilometer“, so Markus Burgdorf vom Hersteller Continental. „Ihre Vorteile können sie allerdings nur bei ausreichender Profiltiefe voll ausspielen: mindestens vier Millimeter.“

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