Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
Kultur & Gesellschaft
Was ist Gonzo-Journalismus?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Der Sportreporter Hunter S. Thompson ist der Erfinder des neuen Journalismus, bei dem der Autor das Hauptereignis ist.
Der Autor ist das Wichtigste – das ist das Prinzip des subjektiven Journalismus, Gonzo genannt (englisch für: außergewöhnlich, exzentrisch, verrückt). Begründet wurde der Schreibstil 1970 vom amerikanischen Sportjournalisten Hunter S. Thompson mit einer polemischen Reportage über das Kentucky Derby, bei der er nur am Rande das Pferderennen beschrieb, umso mehr jedoch mit Ekel das dekadente Lotterleben und sein Drumherum schilderte.
Die Leser waren vom radikalen Bruch mit den klassischen journalistischen Konventionen begeistert. Andere berühmte Vertreter dieses neuen Reportagestils wurden Gay Talese oder Tom Wolfe. In Deutschland erregte das Lifestyle-Magazin Tempo (1986 – 1996) mit reißerischen ichzentrierten Reportagen über Drogen-Selbstversuche oder Isolationshaft Aufsehen.
In Verruf geriet der Gonzo-Journalismus, dessen Stilelemente heute in Feuilletons, in der Popliteratur und in Web-Blogs zu finden sind, durch die fiktiven Hollywood-Interviews des Journalisten Tom Kummer im Jahr 2000. Nachdem der Schwindel jedoch aufflog, wurde Kummer („Ich habe mich als Schüler von Hunter S. Thompson gefühlt.“) von der Branche geächtet.
Was die Medienwissenschaft heute eine „wirkungsvolle Symbiose aus Fakt und Fiktion, klassischer Recherche und literarischer Darstellung“ nennt, beschrieb Hunter S. Thompson (1937 – 2005) selbst als „professionellen Amoklauf“. In diesem Jahr erscheint ein Spielfilm über den legendären Gonzo-Journalisten.












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