Keiner ist so dumm, dass er sich nicht hin und wieder dumm stellte.
Psychologie & Gesundheit
Warum vertragen die meisten Menschen keine Milch?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Menschen, die keine Milch trinken können, tragen noch ein Ur-Gen in sich - alle anderen Menschen sind "Mutanten": In ihrem Erbgut hat sich ein Baustein des LCT-Gens so verändert, dass der Organismus Laktase herstellt. Dieses Enzym spaltet den Milchzucker (Laktose) - nur so kann der Darm ihn verdauen. Ungespalten wird Milchzucker zum Fraß der Bakterien, deren Stoffwechsel Blähungen bis hin zu schmerzhaften Darmkrämpfen auslöst. Bis vor 7500 Jahren tranken unsere Vorfahren keine tierische Milch. Ihr Organismus produzierte das Enzym Laktase nur so lange, wie sie als Babys und Kleinkinder Muttermilch tranken, ab dem fünften Lebensjahr wurde die Produktion nach und nach eingestellt. Erst in der Jungsteinzeit, als die Menschen zu Ackerbau und Viehzucht übergingen, begannen sie Milch zu trinken, um bei Missernten nicht zu verhungern - der Überlebensvorteil der "Milch-Trinker" war damit enorm.
Die ersten kamen aus dem Balkan und verbreiteten die neue Ernährungssitte in Mitteleuropa. In 7000 Jahre altem Keramikgeschirr wurden die frühesten Milchreste gefunden. Vor drei Jahren stellte der Paläogenetiker Joachim Burger im Erbmaterial von Skeletten aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. fest, dass das ursprüngliche LCT-Gen eine Laktoseintoleranz auslöst. Weltweit tragen es drei von vier Menschen im Erbgut. Bei uns ist es einer von zehn. In Südeuropa sind 60 Prozent laktose-intolerant, in Asien nahezu 100.
P.M. Fragen & Antworten 11/2011











