Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Psychologie & Gesundheit

Warum können Grapefruits gefährlich sein?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »

iStockphoto

Er hatte eigentlich nur einen allergischen Schnupfen. Da nahm der 29-jährige Mann aus Michigan/USA zur Behandlung ein Antiallergikum – einige Stunden später war er tot: Kreislaufversagen.

Im Blut fanden die Ärzte eine um das 30-fach überhöhte Konzentration des Allergikermedikaments Terfenadin. Eine tödliche Überdosis. Schuld daran war der Grapefruitsaft, den der junge Mann täglich zu sich nahm. Es ist nicht der einzige Todesfall, der auf das Konto des sogenannten Grapefruit-Effekts geht.

Denn die ansonsten so gesunde Zitrusfrucht hat es im Zusammenspiel mit bestimmten Medikamenten in sich: Seit einigen Jahren entdecken Forscher immer mehr Wechselwirkungen, die bis heute noch nicht vollständig erklärt werden konnten. Als sicher gilt jedoch, dass einige Inhaltsstoffe der Grapefruit das menschliche Enzymsystem beeinflussen.

Mit Enzymen werden zum Beispiel im Darm und in der Leber körperfremde Stoffe wie Medikamente oder Gifte abgebaut. Die Grapefruit-Bestandteile können diese Enzyme blockieren – es kommt zu einer höheren Medikamentendosis im Blut. Von der Wechselwirkung betroffen sind bestimmte Antihistamine, Cholesterinsenker und Antidepressiva genauso wie Krebsmittel und Potenzpillen.

Doch es gibt auch den umgekehrten Grapefruit-Effekt: Einige Medikamente werden schlechter vom Körper aufgenommen, wenn während der Behandlung weiter Grapefruit oder Grapefruit- Saft konsumiert werden. Die Hinweise in den Packungsbeilagen helfen da oft nicht weiter. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb während der Medikamentenbehandlung lieber gleich auf Wasser und anderes Obst umsteigen.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (6 Bewertungen)

Weitere Fragen aus Psychologie & Gesundheit:

Einsortiert unter:

Enzym  /  Grapefruit  /  Medikament  /  Wechselwirkung


Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <b> <i> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <img> <iframe> <br> <div>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Use to create page breaks.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen