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Kultur & Gesellschaft
Warum gibt es Streit um die Akropolis?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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England und Griechenland liegen im Clinch, ein kostbarer Tempelfries soll dahin zurück, wo er entstanden ist – nach Athen.
Die Sache ist heikel und geht zurück auf die Tat eines in die Kunst verliebten Engländers: Um den kostbaren Giebelschmuck des Akropolis-Tempels vor weiteren Zerstörungen zu bewahren, verlud 1801 Lord Elgin, Botschafter beim Sultan von Konstantinopel, 56 von insgesamt 92 Marmorplatten nach London. Auch 75 Meter des ursprünglich 160 Meter langen Tempelfrieses ließ er mitgehen.
Und das alles, obwohl ihm der Sultan nur den Abtransport einiger auf dem Boden herumliegender Einzelstücke genehmigt hatte. Seitdem gehören die antiken Kostbarkeiten (»the Elgin Marbles«) zu den Highlights des British Museum, ein eigener Saal ist ihnen gewidmet.
Doch der Ärger war von Anfang an vorprogrammiert: Denn längst ist der 1687 von einer venezianischen Kanonenkugel stark beschädigte Parthenon-Tempel restauriert. Und schon lange will Athen seine Kostbarkeiten zurückhaben. »Ihr habt keinen angemessenen Ausstellungsplatz dafür«, so lautete bisher die Antwort aus London. Und tatsächlich war das kleine Akropolismuseum mit den wenigen in Griechenland verbliebenen Resten der Tempeldekoration schon mehr als ausgefüllt.
Aber nun hat sich die Situation geändert: Nach sechsjähriger Bauzeit ist das ehrgeizige Museumsprojekt Neue Akropolis fertig, seit Ende 2007 werden die Exponate vorsichtig Stück für Stück vom alten ins neue Museum gebracht. Und dort wartet nun auch alles auf die Heimkehr der »Elgin Marbles« aus England. Ende 2008 soll das Museum, ein Werk des Schweizer Architekten Bernard Tschuni, eröffnet werden.
Wie die Engländer sich entscheiden werden, war bei Redaktionsschluss noch offen. Gehandelt haben bereits die Deutschen: Das Heidelberger Museum gab ein kleines Bruchstück des Frieses zurück, das ein Tourist um 1871 mitgehen ließ. Angesichts der von Lord Elgin geschlagenen Riesenlücke ist das aber wohl nur ein schwacher Trost.












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