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Geschichte & Politik

Mord oder Totschlag - seit wann gibt es diesen Unterschied?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag geht auf einen alten Griechen zurück
iStockphoto

Heimtückisch, grausam, gemeingefährlich - wessen Tat so oder so ähnlich vom deutschen Strafgesetzbuch beschrieben wird, hat keine Aussicht auf Freispruch: Mörder wandern hierzulande lebenslang ins Gefängnis. Anders sieht es bei Totschlägern aus: Zwar haben auch sie einem Menschen das Leben genommen, doch hinter ihrer Tat stecken keine niedrigen Beweggründe wie Mordlust, Habgier, sexuelle Gelüste. Der Strafrahmen liegt deshalb in aller Regel zwischen fünf und 15 Jahren. Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag geht auf einen alten Griechen zurück, der im allgemeinen Sprachgebrauch eher für strafrechtliche Härte als für Milde steht: Der athenische Gesetzesreformer Drakon - Taufpate für den Begriff "drakonische Strafen" - sammelte 621 v. Chr. alle damals bekannten Straftatbestimmungen und ließ sie auf große Holztafeln schreiben.

 

Dabei führte er eine revolutionäre Neuerung ein: Erstmals wurden auch strafmildernde Umstände für die Tötung eines Menschen notiert. Völlig ungeschoren kamen demnach Sportler davon, die versehentlich einen Konkurrenten in der Arena erschlugen. Auch betrogene Ehemänner, die im Affekt ihren Nebenbuhler erschlagen hatten, wurden nicht bestraft. Voraussetzung war aber, dass sie ihn in flagranti ertappt hatten. Weitere juristische Neuheit: Das Recht auf Notwehr (auch mit Todesfolge) galt nur, wenn Leben und Besitz unmittelbar in Gefahr gewesen waren. In allen anderen Fällen hatten nur die Gerichte das Recht, über Leben und Tod eines Täters zu entscheiden. Der bis dahin noch weitverbreiteten Selbstjustiz wurde damit ein Riegel vorgeschoben.

 

P.M. Fragen & Antworten 08/2011

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