Keiner ist so dumm, dass er sich nicht hin und wieder dumm stellte.
Kultur & Gesellschaft
Ist Hexenkult eine Religion?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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"Nackt, mit Salben beschmiert, und auf einem Besenstiel" - auf diese knappe Formel brachte der deutsche Dichter Heinrich Heine (1797–1856) das gängige Bild der Hexe. Was der gebildete Schriftsteller bereits als Aberglauben abtat, grassierte jahrhundertelang als regelrechter Hexenwahn: Meist waren es Frauen, die ins Fadenkreuz der Inquisition gerieten und nach grausamer Folter auf dem Scheiterhaufen brannten. Doch trotz ihrer blutigen Vergangenheit ist die Hexe nicht kleinzukriegen. Insbesondere in den USA ist sie im Zentrum einer neu-religiösen Bewegung auf dem Vormarsch. Dort ist der Kult der Wicca (altenglisch: "Zauberer") als Glaubensgemeinschaft anerkannt und genießt rechtlichen Schutz. Je nach Schätzung bekennt sich rund eine Million US-Amerikaner zu der New-Age-Religion – niemand kennt die genaue Zahl, da sich moderne Hexen nicht in einer offiziellen Kirche organisieren. Stattdessen praktizieren sie ihren Glauben allein oder organisieren sich in kleinen Zirkeln.
Sie verehren die Natur als heilig und sehen alles Leben in einer göttlichen Urkraft verbunden. Mitmenschen haben daher einen ebenso großen Anspruch auf Respekt und Achtung wie die Umwelt selbst. Oft werden Elemente aus verschiedensten Religionen vermischt, um so auch an vorchristliche Traditionen anzuknüpfen. Dabei stehen meist eine männliche und eine weibliche Gottheit gleichberechtigt im Mittelpunkt. Da bei Wicca-Ritualen Zauberstäbe, Pentagramme oder Weihrauchfässer zum Einsatz kommen und magische Kreise mitunter nackt gezogen werden, werden die Hexen oft mit Satanisten in einen Topf geworfen. Mit dem Teufel wollen sie jedoch aus einem ganz einfachen Grund nichts zu tun haben: Abgesehen von seiner offensichtlichen Boshaftigkeit ist der Beelzebub für sie nicht mehr als eine christliche Erfindung.
P.M. Fragen & Antworten 11/2011











