Keiner ist so dumm, dass er sich nicht hin und wieder dumm stellte.
Psychologie & Gesundheit
Immer wieder Yoga. Was ist sein Geheimnis?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die indische Bewegungslehre ist uralt und hat noch jeden Sport- und Fitness-Trend überlebt. Mindestens vier Millionen Deutsche sind zurzeit dabei. Tendenz: rasant steigend. Was bietet Yoga? Was erlebt man damit? Und wofür ist es gut?
Was will Yoga?
Vermutlich etwas anderes, als viele beim Yogaunterricht erst mal suchen. Denn Schlankheit, Fitness und ein biegsamer Körper sind zwar angenehme Nebenwirkungen, aber nicht die Hauptsache. Yoga ist ein komplexes System von »Handlungsanweisungen«, die in mehreren Stufen zur Selbsterkenntnis und zur Befreiung von Angst, Neid und Selbstsucht führen sollen.
Was wir im Westen unter Yoga verstehen, ist nur ein Aspekt des großen Ganzen: Das Körperyoga (Hatha Yoga) soll dazu beitragen, Körper, Emotionen und Geist in Harmonie zu bringen und gesund zu halten. Denn ohne diese Basis ist der spirituelle Weg mit dem Endziel Erleuchtung kaum möglich.
Was wird beim Yoga mit dem Körper »angestellt«?
Der Körper, speziell die Wirbelsäule, wird »ins Lot« gebracht und aufgerichtet, was auch psychische Konsequenzen hat (wir sprechen vom »aufrechten« und »aufrichtigen« Menschen). Besondere Bedeutung wird den »Umkehrstellungen« (wie Kopfstand und Kerze) beigemessen, sie sollen unter anderem negative Wirkungen der Schwerkraft auf die Organe ausgleichen.
In vielen Aspekten ähnelt Yoga dem Stretching: Verspannte und dadurch verkürzte Muskeln und Sehnen sowie verklebtes Bindegewebe werden entkrampft, was eine bessere Versorgung mit Blut und Sauerstoff ermöglicht. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf dem Atem. Nach ayurvedischer Auffassung (Ayurveda ist die altindische Lehre vom gesunden Leben) nehmen wir mit jedem Atemzug nicht nur Sauerstoff auf, sondern auch Prana, kosmische Energie. Viele Übungen zielen darauf ab, uns so zu entspannen, dass die Lungen sich entfalten und viel Prana aufnehmen können.
Was macht Yoga mit unserer Psyche?
Yoga ist nicht Meditation, doch regelmäßiges Üben hat ähnliche Effekte wie sie. Zwar wird Yoga nicht in Stille, aber doch mit hoher Konzentration geübt. So kann sich »Pratyahara« (»Zurückziehen der Sinne«) einstellen, ein entspannter, meditativer Zustand, bei dem der Geist sich im »Hier und Jetzt« sammelt.
Vielen Menschen gelingt das beim Yoga leichter als beim regungslosen Sitzen auf dem Meditationskissen. Wer sich etwa bei der »Dreiecksübung« gleichzeitig auf die Haltung von Schultern, Armen, Händen, Beinen, Kniescheiben und Füßen konzentriert, und dabei auch noch auf den Fluss des Atmens achtet, hat zu wenig Spielraum, um an Liebeskummer oder die Steuererklärung zu denken.











