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Natur & Reise

Im Urlaub ins Kloster?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Rund 300 Abteien versprechen Interessierten eine Auszeit von Familie, Job und der allgemeinen Reizüberflutung.
iStockphoto

Stark im Trend: Vollpension beim lieben Gott. Klöster stellen sich zunehmend auf die Wünsche ihrer Besucher ein.

Tausende Menschen in Deutschland planen jedes Jahr ein ganz besonderes Date: Sie treffen sich mit sich selbst. Und zwar in Gemäuern mit Geschichte, anderem Lebensrhythmus und viel Möglichkeit zu Meditation und Selbsterkenntnis – in Klöstern. Rund 300 Abteien versprechen Interessierten eine Auszeit von Familie, Job und der allgemeinen Reizüberflutung. In den Reservaten der Ruhe bleibt genug Zeit für seelische Entrümpelung. Ein Aufenthalt kann ein Wochenende, aber auch eine Woche oder länger dauern.

Im Schnitt kostet ein Einzelzimmer – je nach Ausstattung – zwischen 20 und 80 Euro. Manche Orden bitten aber auch nur um eine Spende. Nach der Konfessionszugehörigkeit der Besucher fragt dabei in der Regel niemand. Das Geschlecht spielt schon eher eine Rolle: Während im separaten Gästehaus normalerweise Männer und Frauen und auch Familien mit Kindern wohnen können, ist das Leben im Mönchs- oder Nonnenkonvent nur für das jeweilige Geschlecht möglich.

Urlaub im Kloster wird immer beliebter. Die Brüder und Schwestern haben diesen Trend erkannt und sich der Nachfrage angepasst, indem sie ihren Gästen auch etwas bieten wollen. So organisieren die Mönche der Benediktinerabtei Andechs am Ostufer des Ammersees (bei München) zweimal im Jahr Exerzitien nur für Manager. Das erste Gebet beginnt um sieben Uhr morgens, ab neun Uhr abends ist Stille angesagt.

Auf seelische und körperliche Reinigung setzt mit seinen Fastenwochen das Benediktinerkloster Gut Aich in St. Gilgen (Österreich); die Jesuiten im Haus Hohen Eichen in Dresden veranstalten Besinnungstage für Eheleute, die Silberhochzeit haben; für Paare, die sich noch trauen lassen möchten, gibt es Kursangebote von den Franziskanern im Kloster Frauenberg in Fulda. Im Rahmen der »ora et labora«-Tage von den Benediktinerinnen können Frauen im Garten von Kloster Alexanderdorf bei Berlin mitarbeiten. Fast jedem Orden sind übrigens ein paar helfende Hände bei den täglichen Verrichtungen sehr willkommen.

Für die Klöster ist der neue Trend eine gute Finanzspritze, vielen sichern die »Brüder und Schwestern auf Zeit« sogar das wirtschaftliche Überleben. Kritiker hingegen sprechen von einer Kommerzialisierung der Klöster. Sie bedauern die weltliche Öffnung wie sie zum Beispiel im Kloster Arenberg bei Koblenz praktiziert wird. Ein Aufenthalt bei den Dominikanerinnen kann es mit dem Angebot jedes Viersternehotels aufnehmen. Shiatsu- oder Aromaöl-Massage stehen gleichberechtigt neben spirituellen Angeboten auf dem Programm. Die Gäste lieben es!

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