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Geschichte & Politik

Gab es wirklich Kinderkreuzzüge?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Im Jahr 1212 sollen zeitgleich aus Frankreich und Deutschland rund 30 000 Kinder unter der Führung eines 12-jährigen Kölners namens Nikolaus aufgebrochen sein, um das Heilige Land von den „Ungläubigen“ zu befreien.

Der Kinderkreuzzug endete tragisch, lange bevor die bedauernswerten Teilnehmer Jerusalem erreichten. In Marseille, Pisa, Genua und Rom war Schluss; einige Jungen und Mädchen haben es auf Schiffe geschafft, wo sie aber bald in die Hände von Piraten fielen; einige wenige sollen bis ins ägyptische Alexandria gekommen sein, wo sie versklavt wurden. Eine tragische und rührende Geschichte.

Ob sie sich wirklich so zugetragen hat, ist heute umstritten. Denn dahinter könnte ein schlichter Übersetzungsfehler der alten Chroniken stecken. „Puer“ heißt „Kind, Knabe«, aber auch „arm“. Es könnte sich also auch ganz einfach um arme Pilger gehandelt haben, die nach Rom wollten, und deren Abenteuer im Laufe der Zeit immer mehr aufgebauscht wurden – inklusive Piraten und Sklavenhändlern.

Fragt Stefanie Winkler, E-Mail

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