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Geschichte & Politik
Gab es Romeo und Julia wirklich?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Als tragisches Traumpaar sind Romeo und Julia unsterblich geworden: Um 1595 griff William Shakespeare zur Feder und ließ die beiden in ewiger Liebe füreinander entbrennen. Gleichzeitig konfrontierte er das junge Glück mit einer alten Familienfehde, die Romeo und Julia schließlich in den Tod treibt.
Auch wenn es zahllose unbekannte Liebestragödien dieser Art gegeben hat – aus Verona ist keine solche Geschichte bekannt. Ein öffentlicher Zwist zwischen einer Familie Capulet und einer Sippschaft Montague lässt sich historisch nicht belegen.
Was die Geschichte dagegen zeigt: Das Schicksal eines Paars, das sich gegen den Willen der Welt liebt, ist ein Leitmotiv, das in der Kunst seit Urzeiten auftaucht. Der römische Dichter Ovid (43 v. Chr. – 17 n. Chr.) erzählt in seinen Metamorphosen die Sage von Pyramus und Thisbe, ebenfalls ein Liebespaar, das sich miteinem alten Familienkonflikt herumschlagen muss und schließlich ein tragisches Ende findet.
Auch nach Ovid und lange vor Shakespeare geistern weitere tragische Paare durch die europäische Literatur. Der Stoff geht auf den italienischen Autor Masuccio Salernitano (»Il novellino«, um 1450) zurück und wurde von Luigi da Porto übernommen, der die beiden 1530 in seiner Novelle »Neu geschriebene Geschichte von zwei noblen Liebenden« an ihrer Liebe sterben ließ. Als Ort der Handlung wählte schon er die Stadt Verona.
Der Engländer Arthur Brooke ließ sich von da Portos Text 1562 zu einer Verserzählung inspirieren, die mehr als 30 Jahre später zu Shakespeares direkter Vorlage wurde. Neben den Namen lieh dieser sich einige Passagen wortwörtlich aus und bediente sich auch sonst großzügig bei ihm. Weil es Shakespeare mit seinen genialen Dramen zu Weltruhm brachte, gilt er heute als der geistige Vater von Romeo und Julia – die wahren Erfinder sind derweil in Vergessenheit geraten.












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